Sufizentrum Braunschweig
  Prophetengeburtstag
 


 Prophetengeburtstag



Wir feiern diesen Monat und besonders am 12. Rabi´a al-awwal den Geburtstag des Siegels der Propheten, Sayyidina Muhammads, der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen. Da er am am 12. Rabi´a al-awwal auch gestorben ist und der Tod für uns Menschen eine zweite Art von Geburt bedeutet, so feiern wir seinen Geburtstag jetzt zweifach, da er diese Welt und da er die Ewigkeit betrat.


DER GESEGNETE MONAT

Am 12. des gerade beginnenden gesegneten Monats Rabi‘a al-awwal wurde der Prophet Muhammad geboren – ein Segen und eine Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit.

Die Geschichte berichtet, daß die Mutter des heiligen Propheten, Âmina, den Kummer über den Tod ihres Mannes um so mehr vergaß, je näher der Zeitpunkt der Niederkunft rückte, da sie spürte, daß sie ein besonderes Licht in sich trug. Eines Tages erstrahlte es mit solcher Kraft, daß sie die Burgen von Busrâ’ in Syrien erblickte.

Am Tag der Geburt des Propheten geschahen Zeichen und Wunder: Einige Menschen konnten ein Licht vom Himmel auf die Erde strahlen sehen. Die Gebirge schienen sich zu beugen und die Bäume verneigten sich. Die ganze Erde tat, als würde sie innehalten und still werden. Als der Prophet am Montag, dem 12. Rabi‘a al-Awwal, geboren wurde, fielen in der Ka‘ba die steinernen Götzen von ihren Sockeln. In Persien stürzten vierzehn Zimmer eines Palastes ein, den die Perser glaubten für die Ewigkeit gebaut zu haben. Auch erlosch das Feuer, das sie seit tausend Jahren angebetet hatten, und der See von Sawa, den das Volk der Perser als Gottheit vereehrte, trocknete aus und blieb von nun an für alle Zeiten leer. – UndPreis sei Allâh, dem Herrn der Welten!

DER »ERSTE ERWÄRMENDE

Zur Begrüßung des Monats wird empfohlen: Ghusl machen, zwei Raka‘ât beten, Adab at-Tarîqa.

ÜBUNGEN

Mögliche Übungen für jeden Tag:

Suratu l-An‘âm lesen

1000 Salawât

ein Kapitel Dalâ’ilu l-Khairât

ein Juz Koran.

Am 12. des Monats:

1. Maulid zu Ehren der Geburt des geheiligten Propheten sal.,

2. Tag der Hijra von Mekka nach Medina,

3. Geburtstag von Großsheikh ‘Abdullâh ad-Daghistânî

Vor 1433 Jahren, am Montag, dem 12. Rabî‘ al-awwal des „Jahres des Elefanten“, im Jahre 570 christlicher Zeitrechnung, wurde der Prophet Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – in Mekka geboren.

WAS AM TAG DER GEBURT GESCHAH:

Als die Zeitdauer abgelaufen war und der Augenblick der Niederkunft nahte, sah man, daß das heilige Haus, die Kaaba in Mekka, sich auf einmal in zwei Hälften spaltete. Als noch gerätselt wurde, was der Grund dafür sein könnte, drang eine Stimme aus dem Inneren der Kaaba, die sprach: „O Männer der Quraish! Dieses heilige Haus hat sich nicht geteilt, um jemandes Tod Rechnung zu tragen, vielmehr weil die Zeit der Geburt nahe ist für das Licht dieser Welt, den Ruhm der Welt, die strahlende Leuchte des Paradieses, da Muhammad bin Abdullah – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – aus seiner Mutter Leib hervorkommen soll. … Wisset, daß es aus Ehre vor diesem langersehnten Ereignis ist, daß dieses Gebäude brach und sich gespalten hat.“

In der Nacht, da Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, befahl Allâh der Allmächtige, erhaben sei Er, den Engeln, alle Tore des Himmels und des Paradieses weit zu öffnen. An diesem Tag schien die Sonne strahlender, und stärker war ihr Licht als an anderen Tagen, und die ganze Welt war erfreut.

Abdullah bin Salam berichtet: »In der Nacht, da der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, saß ich mit einem gelehrten Juden zusammen. Er richtete sein Antlitz gen Himmel und sprach zu mir: „Ya Ibn Salam! In genau dieser Nacht wurde zu Mekka der arabische Prophet Muhammad ibn Abdullah – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren, der die Welt erleuchten wird.“ Ich sagte zu ihm: „Was bedeuten diese deine Worte, woher weißt du solches?“ Er antwortete mir: „Ich habe die Himmel beobachtet, und ich sehe jetzt ein Licht, wie es seit Bestehen der Erde nicht beobachtet worden ist. Daher weiß ich von diesem Ereignis.“ Ich betrat einen dunklen Raum, und ich sah siebzig Kerzen in ihm brennen, so daß er strahlend hell erleuchtet war. Da wußte ich, daß ungewöhnliche Dinge geschahen. …«

WAS DIE MUTTER ERZÄHLT

Die gesegnete Mutter des Propheten, Amina, erzählt: »Zu der Zeit, da ich gebären sollte, war niemand bei mir, weder Mann noch Frau warteten mir auf, denn alle, Abdul-Muttalib eingeschlossen, waren fortgegangen, um Tawaf um die Kaaba zu machen. Ich war ganz allein im Haus. Plötzlich gab es ein schreckeneinflößendes Geräusch, und ich empfand große Furcht. Dann leuchtete ein weißer Vogel über meiner Brust auf, und die Furcht verließ mich, ich beruhigte mich, und keine Spur von Schmerz oder Besorgnis blieb zurück. Als nächstes wurde mir eine Tasse süßen weißen Sorbets gereicht, und als ich davon trank, füllte sich mein Herz mit Frieden, Freude und Licht. Danach gewahrte ich eine Anzahl hochgewachsener Frauen, die sich mir näherten, groß und schlank wie Zypressenbäume und von erstaunlicher Schönheit. … Eine der Frauen sprach: „Ich bin Hawa, die Frau des Propheten Adam“, und eine andere sagte: „Ich bin Sarah, die Frau des Propheten Ibrahim.“ Noch eine andere sagte: „Ich bin Asya, die Frau Fir’auns von Ägypten.“ Und eine andere sagte: „Ich bin Maryam, die Tochter ‘Imrans, Mutter ‘Isas.“ Die anderen wurden als Huris des Paradieses vorgestellt, sie alle waren gekommen, um den heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – in sein Erdenleben zu geleiten und ihn mit gebührender Verehrung zu begrüßen.

Inzwischen waren die Geräusche, die ich gehört hatte, stärker, lauter und furchterregender geworden. Plötzlich nahm ich einen weißen Vorhang wahr, der von den Himmeln herab auf die Erde gezogen wurde, so daß ich vor den Augen der Jinn verhüllt war. Dann kam ein Schwarm Vögel mit smaragdgrünen Schnäbeln und rubinsteinroten Flügeln. Diese Vögel flogen herab und flatterten so dicht über mir, daß ich ihren Flügelschlag auf meiner Haut spüren konnte. Sie flogen wie im Tawaf herum und um mich herum. Dann entfernte der Allmächtige Herr den Schleier von meinen Augen, und ich gewahrte die ganze Welt vom Osten bis zum Westen. Drei Flaggen sah ich sie vom Himmel herab bringen: eine pflanzten sie in den Grund des Ostens, eine in den Westen und eine genau oben auf die Kaaba. In den Himmeln, die sich meinen Augen offenbarten, gewahrte ich Männer, die juwelenbestückte Gefäße trugen; und sie leisteten Hilfe bei der Geburt des gesegneten Kindes, und ich erleidete weder Schmerz noch Unruhe. Und als ich wieder schaute, sah ich, daß das Kind beschnitten zur Welt gekommen war und die Nabelschnur durchtrennt war, und er war in ein Stück weißer Seide geschlungen. Er berührte den Boden mit seinem gesegneten Kopf, erhob den Zeigefinger seiner rechten Hand und brachte Allâh dem Allmächtigen demütige Anbetung entgegen. Ich beugte mich nieder, um zu hören, was er sagte, und dies waren die Worte, die ich hörte:

„Ashhadu an lâ ilâha ill’Allâh

wa innî rasûlullâh;

Allâhu abkar kabîran,

wa l-hamdu lillâhi kathîran,

wa subhâna llâhi bukratan wa
asilan.

allâhumma, ummatî, ummatî …“«

… Amina, die Mutter des heiligen Propheten erzählt wieder: »Ich gewahrte dann eine weiße Wolke in der Luft, die auf mich zukam, aus ihr drangen Geräusche wie von Pferden. Diese Wolke senkte sich hinab und umhüllte das kleine Kind Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und trug ihn weg aus meiner Sicht. Ich hörte eine Stimme rufen: „Wir nehmen Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, um ihm die ganze Welt zu zeigen. Wir wollen sie umrunden und in die Tiefen der Meere eintauchen, auf daß alles Leben in und unter ihr von der Ankunft dieses edlen Wesens erfahren möge, sein Antlitz gesehen habe und von seiner Ankunft wisse. Hiernach soll die Welt vom Licht des Glaubens erfüllt sein.“ Derart hörte ich die Stimmen zu mir sprechen. „Nur einen kurzen Augenblick später leuchtete die Wolke erneut auf, und ich sah meinen Sohn Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – wieder, jetzt in ein grünes Stück Seide gewickelt, triefend vor Milch. Sein Gesicht war strahlend wie der Mond in seiner vierzehnten Nacht, und ein Duft süßer als gelber Moschus strömte von ihm aus.«

Vom Körper des gesegneten Kindes ging ein Duft aus, der die ganze Stadt Mekka mit einem Geruch wie von Moschus und Amber erfüllte.

WUNDERSAME DINGE

… Es wird von Ibn Abbas berichtet: „In der Nacht, da der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, fielen alle Götzenbilder in der Kaaba von ihren Plätzen und zerbrachen in Stücke.“

Zu diesem Zeitpunkt hörte man eine Stimme aus dem Unsichtbaren rufen, die sprach: „Weh und ewige Verdammnis auf Quraysh, da der ruhmreiche und erhoffte Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – in Wahrheit gekommen ist, verschönert durch den Schmuck der erhabensten Gärten des Paradieses.“

Die Kaaba selbst war inwändig mit goldenen Lampen aus dem Paradiese behängt, und alle Wesen der Himmel und der Erde, die Jünglinge und die Jungfrauen des Paradieses, alle erschaffenen Wesen neben der Menschheit erfreuten sich und teilten sich gegenseitig die frohen Nachrichten mit.

Es wird berichtet von Ka’ab al-Akhbar: „Eines der Wunder jener Nacht war ein Fisch, der im Meer lebte. Sein Name war Zalmusa. Dieser Fisch hatte siebzig Köpfe und siebzig Schwänze, und eine einzige Schuppe auf seinem Rücken hätte siebzig Gebirge und Ebenen halten können, die kleinste von ihnen hätte die Größe des Jabal Qubais (Berg in Mekka) gehabt. … In der Nacht der Geburt des heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – war dieser Fisch durch den Willen Allâhs des Allmächtigen so überwältigt von gewaltigen Gefühlen, daß er die sieben Meere von seiner Begeisterung aufwogen ließ, so daß alle Geschöpfe des Meeres augenblicklich über die Ankunft des heiligen Propheten in der Welt der Menschen informiert waren.“

Als das Kind geboren war, schickte Amina nach dem Großvater, daß er ihren neugeborenen Sohn ansehe. Abdul-Muttalib erzählt: „Ich war zu jener Zeit im Gebäude der Kaaba. Da erlebte ich, wie die Mauern des Gebäudes zu schwanken und vor Freude zu zittern begannen …“

Stimmen voller Lobpreisungen und Freude waren überall in der Stadt zu hören und drangen auch in Abu Lahabs Haus. Von Stimmen und herrlichen Düften aufgeweckt, fragte er sein Sklavenmädchen Thauba, was das zu bedeuten hätte. Sie antwortete: „Gottes Neuigkeiten und Nachrichten der Freude seien mit dir, o Abu Lahab! Die Frau deines Bruders Abdullah, Amina, hat einen Sohn geboren, Muhammad Mustafa – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -.“ Abu Lahab war so erfreut über die guten Nachrichten, die sie ihm gebracht hatte, daß er ihr die Freiheit schenkte: „Ya Thauba, gehe zum Haus der Mutter Muhammads – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und biete deine Dienste als Amme an.“

Sieben Tage lang gab seine Mutter Amina ihm Milch, danach kam Thauba und ernährte ihn, bis er zu Halima as-Sa’adia gegeben wurde.

In aller Welt fielen in jener gesegneten Nacht die Götzen von ihren Sockeln und zerschellten in Stücke, und Shaitans Thron wurde umgestürzt, so daß er herabfiel. Daraufhin wurden die Engel seiner habhaft und sperrten ihn vierzig Tage lang in den vierzig Meeren ein. Nachdem ihm die Flucht gelungen war, begab er sich auf den Mount Abu Qubais und gab einen mächtigen Schrei von sich, wodurch alle Teufel und Ifrite herangeflogen kamen und wissen wollten, was los sei. Er antwortete: „Ein schrecklicher Zerstörer ist auf euch herabgeschickt worden, wie ihr noch nie zuvor einen gekannt oder gesehen habt. Kann es etwas Schlimmeres geben? Gegen diese Heimsuchung gibt es kein Heilmittel.“ Und alle Teufel waren geschockt.

In jener gesegneten Nacht erloschen die Feuer von Majusis, die seit tausend Jahren ununterbrochen gebrannt hatten, und keine Spur von Hitze oder Feuer blieb übrig – ihre Feuerstellen wurden so kalt wie Eis, kälter als die grimmigste Winterkälte.


WAS SICH IN PERSIEN ZUTRUG

Im Lande Persien gibt es im Gebiet von Kesane einen Ort mit Namen Sawa an den Ufern des großen Flusses Euphrat. Früher hatte in jener Stadt eine große Anzahl von Christen und Juden gelebt. Sie hatten dort Kirchen und Klöster erbaut und waren anerkannt und standen in hohem Ansehen. In der Nacht, da der heilige Prophet Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, trocknete der ganze Fluß bei Sawa plötzlich aus, und als sie am nächsten Morgen erwachten, war der Grund aufgeplatzt und dürr geworden, als wenn es an diesem Flecken niemals eine Spur von Wasser gegeben hätte. Solch glühende Hitze entstand anstelle des Wassers, als wenn seit unzähligen Tagen dort ein Feuer gebrannt hätte.

Den König der Region hieß man „Khosroes“, und der König jener Tage war Kaykubad Nushurevan. In jener Nacht gingen vierzehn seiner 22 Paläste und mit Kuppeln versehenen herrschaftlichen Behausungen zu Bruch und fielen, und nur acht blieben stehen. In dieser Nacht taumelte sein Thron und stürzte. Und der König selber hatte einen erschreckenden Traum. Er rief all seine Traumdeuter und Weissager herbei, ihm seinen Traum zu erklären, doch niemand wußte von ihm. Da rieten sie ihm zu einem Mann namens Satih im Lande Bahrain, der, mit Ausnahme des Schädels, ein Mensch ganz ohne Knochen war. Einmal im Jahr wurde er in einer großen Prozession auf einem goldenen Tablett hinausgetragen, dann scharten sich alle Gelehrten um ihn herum und lauschten seinen Voraussagen für das kommende Jahr.

Nun war König Nushurevan einer der hocherlesenen Diener, denn er war der gerechte König, auf den sich der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – bezog, als er sagte: „Ich kam in der Zeit eines sehr gerechten Königs in diese Welt.“

Satih sagte: „In seinem Traum sah der König Nushurevan das Herannahmen einer Armee mit Reitern auf arabischen Hengsten und Hejin Kamelen, die die ganze Stadt von Meda’in anfüllten. Dann ließen diese Reiter alle Kamele, die sie fanden, aus der Stadt heraus.“

Er erklärte: „Die Bedeutung der acht herrschaftlichen Wohnungen mit Kuppeln, die nicht zugrunde gingen, ist diese: Dem König Nushurevan werden acht Könige folgen, dann wird sein Königreich von den Armeen des Islam erobert werden. Das Ersticken der Feuer von Majusis und das Trocknen der Wasser um Sawa deutet an, daß das Licht, das mit den Juden, Christen und Majusis ist, von ihnen genommen wird und daß ihre Quelle austrocknen wird. Der zukünftige Prophet wird die ganze Welt mit seinem Licht erfüllen und ein Gesandter aller Völker werden. Diese Träume und Geschehnisse sind Zeichen seiner Ankunft.“

DIE ZEICHEN

Der Zeichen, die die Geburt des heiligen Propheten Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – ankündigten, waren viele. Es war solch eine große und heilige Nacht, daß es für jene, die während ihr wachten, war, als hätten sie die Nacht der Macht (Lailatu l-Qadr) erlebt.

Deshalb ist es empfohlen, besondere Feiern zu veranstalten und die Lichter auf den Minaretten anzuzünden. Alle Länder des Islam sollen sich erfreuen und Festlichkeiten veranstalten, denn jeder Muslim sollte froh sein, des Geburtstags des Prinzen der Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – mit Liebe und Hingabe zu gedenken. (Li 209, – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -nach: Haji Amina Adil, The Last Prophet, p. 90-101.)

Welche Ereignisse die Geburt des heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – außerdem ausgelöst hatte, … in der Fortsetzung …


VOM SEGEN DES MAULID FESTES

In Hajji Amina Adils Buch „The Last Prophet“- der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – gibt es eine Geschichte, die zeigt, welch großer Segen durch das Fest der Liebe zum Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – auf Anwesende und selbst die Nachbarn kommt.

Muhammad bin Khatim berichtet: Einst lebte ein Mann in Ägypten, der jedes Jahr freizügig und spendabel ein großes Maulid-Fest veranstaltete und alle Armen, Witwen und Waisen der Umgebung zum Festessen einlud.

Die Frau des Nachbarn, sie waren Juden, wurde darauf aufmerksam. In der Nacht sah sie im Traum das strahlende Licht des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, er war, umringt von seinen ebenfalls leuchtenden Gefährten, beim Fest des Nachbarn zugegen. Ihre Sehnsucht wuchs, ihn zu sehen. Wie er sie da voller Respekt und Liebenswürdigkeit empfing mit „Labbayk“ – „Hier bin ich“, „in Deiner Gegenwart“, fühlte sie sich hingezogen, doch fragte sie erstaunt, wie ein so gesegneter Mensch hierher komme. Er sprach: „Der Gastgeber hat soviel aufgewendet, um seine vielen bedürftigen Gäste königlich zu bewirten, daß auch ich mit der Erlaubnis Allâhs hierhergekommen bin. In Anerkennung meines Besuches aber geruhte der Herr, allen Besuchern dieses Hauses Sicherheit und Befreiung von Drangsal für ein volles Jahr zu versichern, und Er regnet Segen und alle Arten von Gunst auf all jene hinab, die zu dieser Zeit hier anwesend sind.“

„Würdest du auch in mein Haus kommen, o Prophet“, wollte die Frau wissen, „wenn ich deine Religion annähme und ein Fest für dich bereitete?“ Er bejahte lächelnd, und Allâh gewährte ihr sowie ihrem Mann das Geschenk des Islam. (p. 105-108) [„Li 210; Fortsetzung“: http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/150 ]

WAS SICH IM MAGHRIB ZUTRUG

Im Reiche des Westens, im Maghrib, gab es einen König, der, wie alle Araber jener Zeit, Götzen anbetete. Dieser hatte eine Tochter, die mit einem störenden Handicap geboren war. Der König hielt sie versteckt und schloß sie in unterirdischen Kammern weg, damit, wenn sie des Nachts fürchterliche Schreie ausstieß und wütete, niemand sie hören konnte. Der König litt darunter, er flehte seine Götzen an, opferte ihnen, fastete, legte Gelübde ab und betete die ganze Nacht hindurch um Heilung seiner Tochter – aber was konnten die Götzen schon ausrichten?

In der Nacht der Geburt des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – hatten er und seine Frau sich auf das Dach des Hauses begeben, um die Sterne anzuschauen. Als sie in den nächtlichen Himmel starrten, war es plötzlich, als riß der Himmel entzwei, und ein Licht brach hervor, das die Welt erleuchtete. Sie sahen die Bäume und Blumen in ihrem Garten und sogar die Steine sich beugen und niederwerfen. Alles sprach: „Lâ ilâha ill’Allâh, Muhammadu r-Rasûlullâh“, und der König und die Königin waren Zeugen. Sie schauten einander an und fragten sich: „Hast du auch gehört und gesehen, was ich gehört und gesehen habe?“ Als sie sich gegenseitig versichert hatten, daß sie tatsächlich diese seltsamen Dinge erlebt hatten, wandten sie sich ihrem Götzen zu, um ihn zu befragen, was dies bedeutete. Nun war es just der Augenblick gewesen, da alle Götzen von ihren Sockeln gefallen waren, und auch der ihre hing verkehrt herum. Da hörten sie eine Stimme aus ihm dringen: „Gekommen ist die Wahrheit, und dahingeschwunden ist das Falsche. Siehe, das Falsche schwindet schnell.“ [Koran 17:81] Die Stimme versetzte sie in große Bestürzung, und gemeinsam riefen sie aus: „O Sprecher, wen höre n wir aus diesem trocknen Stein sprechen, wer ist es?“ Und die Stimme erwiderte: „Es ist Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, der heilige Prophet, der in die Welt gekommen ist am Ende der Zeiten. In gerade dieser Nacht wurde er geboren zwischen den Felsen von Safa und Marwa, beim heiligen Hause des Herrn, der Kaaba, und für ihn geschah es, daß die achtzehntausend Welten erschaffen und das gesamte Universum in die Existenz gerufen wurden.“

Der König beschloß sofort, hinauszugehen und diesen Propheten aufzusuchen, damit er für seine Tochter bete. Doch noch bevor er zu Ende gesprochen hatte, stand die Tochter schon hinter ihm, vollkommen geheilt und ohne jeden Fehl und Makel. Die Tochter erzählte, was ihr geschehen war. Sobald sie eingeschlafen war, hatte eine strahlende Gestalt ihr Zimmer betreten und sie mit den Worten angesprochen: „Ich komme, gemeinsam mit den anderen Engeln, gerade von dem Besuch eines neugeborenen Kindes zurück und bin jetzt hier, dir ein Gebet zu bringen. Es lautet so:

‚O Allâh, um Deines heiligen Propheten willen, der in dieser Nacht geboren wurde, nimm dieses Leiden, diesen Schmerz und diese Plage von mir fort!‘

Du mußt es sprechen, dann auf deine Hände blasen und mit ihnen über deinen ganzen Körper streichen und so lange fortfahren, bis dein Leiden verschwunden ist.“

Als sie daraufhin aufgewacht war, hatte sie getan, was der Engel ihr geraten hatte, und siehe, alle Fesseln fielen von ihr ab, und sie wurde vollkommen gesund.

Der Vater beschloß, den wundersamen Propheten sofort aufzusuchen. Ungeachtet der großen Distanz vom Maghreb bis nach Mekka und noch ganz unter dem Eindruck der Wunder, die sie erlebt hatten, machten sie sich mit ihren Kamelen unverzüglich auf den Weg. Nach einem Stück des Weges überkam sie große Müdigkeit, und sie schliefen ein. Der Engel Gabriel kam und faltete die Erde unter ihnen, so daß sie noch vor Mittag des nächsten Tages Mekka erreichten.

Als sie zu Aminas Haus kamen, sollten sie nicht vorgelassen werden, der Großvater hatte den Besuch von Fremden verboten, da das Kind viele Feinde hatte. Schließlich ließ Amina sich erweichen und bat sie herein. Sie enthüllte des Knaben Gesicht, und das Licht auf ihm strahlte hinauf bis zu den Himmeln.

Eine geschlagene Stunde betrachteten sie die unirdische Schönheit des Kindes, küßten ihm Hände und Füße, bis Amina sie bat, wieder zu gehen. Noch einmal wollte der König das Kind betrachten. Doch als er sich dieses zweite Mal über es beugte, entfuhr ihm ein Schrei, und er stürzte tot zu Boden: sein Herz war vom Feuer der Liebe entflammt, und er übergab seine Seele, die die Engel unverzüglich ins Paradies brachten.

(„Li 211“: http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/150. Nach Hajja Amina Adil: The Last Prophet, transl. from Ottoman Turkish into English by Radhia Shukrullah; p. 102-105 [teilw. übersetzt bzw. zusammengefaßt]. Siehe auch hier

DIE HIJRA

Als der Prophet wußte, daß er die Stadt seiner Geburt verlassen müsse, rief er Sayyidinâ ‘Alî und sprach zu ihm: „Ich habe eine Anzahl von Dingen in meiner Obhut. Da ich diese Nacht weggehe, lasse ich sie bei dir, daß du sie innerhalb dreier Tage an ihre Besitzer zurückgibst. Schlafe du heute an meiner Statt in meinem Bett, und fürchte dich nicht, sondern bedecke dich mit meinem Umhang. Kein Schaden wird dich befallen. Danach komm und folge mir.“

Darauf ging er zum Hause Abû Bakrs – es war schon spät in der Nacht. Abû Bakr hatte für den Fall ihrer Abreise von Mekka zwei Hijin-Kamele ausgerüstet. Jetzt kam der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, ihm das Zeichen zu geben. Sie planten, sich nach Mitternacht an einer Höhle in einiger Entfernung von Mekka zu treffen. Abû Bakr rief seine Tochter Asma zu sich und sagte ihr: „Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und ich sind zur Höhle auf dem Jabal Thaur befohlen, wo wir vorhaben, drei Tage zu bleiben. Komm und bring uns jeden Abend Essen dorthin und erzähle uns Neuigkeiten über die Bewegungen der Quraysh.“ Dann rief er nach dem Mann, der sich um die Kamele kümmerte, und beauftragte ihn, sie für den folgenden Montag bereitzustellen.

Abû Jahl und seine Männer umstellten das Haus Muhammads in jener Nacht. Als sie darauf warteten, daß er herauskäme, wurden sie vom Schlaf übermannt, und der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – ging an ihnen vorbei, ohne daß sie es bemerkten. Als er das Haus verließ, rezitierte er den Beginn von Sure Yâ Sîn bis zum Vers:

Und Wir setzten vor sie und hinter sie eine Schranke; und Wir haben sie bedeckt, daß sie nicht sehen. (Yâ Sîn, 7)

Indem er diese Verse rezitierte, streute er Staub auf ihre Köpfe. Auf diese Weise ging er unbemerkt von seinem Haus fort und kam zum Treffpunkt mit Abû Bakr. Zusammen gingen sie weiter zur Höhle. Abû Bakr wünschte sich, den heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – auf seinem Rücken zu tragen, aber der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – sollte es nicht akzeptieren. Um ihre Fußabdrücke zu verwischen, trat Abû Bakr vor und zurück und zu den Seiten, um alle Spuren des heilgen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – zu verdecken.

Zurück am Haus schrie Iblis, der unter jenen war, die auf der Lauer lagen, plötzlich: „Muhammad ist entkommen!“ Sie prüften das nach und fanden sein Bett belegt und glaubten, es sei Muhammad …

In Wirklichkeit war es sein Cousin Ali, der in den Umhang gewickelt schlief. Als Ali sich niederlegte, hatte der Herr der Himmel zu seinen Engeln Mikhâ’îl und Isrâfîl gesagt: „Wenn ich euch zu Brüdern in dieser Welt machte, wäre einer von euch bereit, den Tod anstelle des anderen zu erleiden, den seine Feinde zu töten beabsichtigen? Würde einer von euch hingehen und sich in sein Bett legen?“ Aber keiner der Engel wünschte sich den Tod, sie hätten das Leben gewählt. Angesichts dessen sprach der Herr: „Ich habe deshalb Muhammad und Alî wie Brüder gemacht. Alî hat Muhammads Platz in seinem Bett eingenommen, wohlwissend, daß sie die Absicht hatten, ihn zu töten. Geht jetzt und haltet Wache zu seinem Kopf und seinen Füßen …“

Als die Götzenanbeter am Morgen sahen, wie Alî aus Prophet Muhammads Haus herauskam – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, waren sie sprachlos vor Überraschung. Augenblicklich gingen sie zu Abû Bakrs Haus, klopften an die Tür und verlangten von seiner Tochter Asma zu wissen, wo ihr Vater wäre. Asma entgegnete: „Ich weiß nicht“, worauf Abû Jahl sie so heftig ins Gesicht schlug, daß ihr Ohrring wegflog. Dann boten sie demjenigen eine Belohnung von zweihundert gelockten Kamelen an, der Muhammad und Abû Bakr fände und sie zu den Quraysh zurückbrächte. Asma lief an drei Tagen zur Höhle und brachte den Flüchtigen Nahrung und Neuigkeiten aus der Stadt.

Einmal kam ein Suchtrupp der Götzenanbeter nahe an der Höhle vorbei, so daß ihre Stimmen in der Höhle zu hören waren. Abû Bakr wurde unruhig, aber der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – gab ihm ein Zeichen, still zu sein. „Beruhige dich“, denn Allâh ist mit uns. Wenn zwei Leute zusammen sind und Allâh ist der dritte – glaubst du wirklich, daß wir da gefangengenommen würden?“

Wie es im heiligen Koran geschrieben steht:

Wenn ihr ihm nicht helft, so hat Allâh ihm schon geholfen, als diejenigen, die ungläubig waren, ihn als einen von Zweien vertrieben, als sie beide in der Höhle waren und er zu seinem Gefährten sagte: „Sei nicht traurig! Gewiß, Allâh ist mit uns!“ Da sandte Allâh Seine innere Ruhe auf ihn herab und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht, und erniedrigte das Wort derjenigen, die ungläubig waren, während Allâhs Wort das hohe ist. Allâh ist allmächtig und allweise. (Die Reue, 9/40)

… Sie waren so nahe gekommen, daß Abû Bakr ihre Füße sehen konnte. Er begann zu weinen. „Sie sind gekommen, uns zu holen“, sagte er …

„O Gesandter Allâhs – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, wenn ich eintausend Seelen zu meiner Verfügung hätte, stünden sie alle zu deiner Auslösung bereit. Aber was ist, wenn sie dich töten sollten? Was sollte dann von dieser Welt an Wert übrigbleiben? Die Muslime werden im Stich gelassen sein und mittellos …“

Der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – antwortete ihm darauf, indem er auf die Wand der Höhle zeigte: „O Abû Bakr, schau hierhin …“ Als er dort hinschaute, sah er eine Tür, die offen stand. Durch die geöffnete Tür konnte er ein so gewaltiges Meer sehen, daß keine ferne Küste zu sehen war. Aber an der nahe bei ihnen gelegenen Küste lag ein Boot. Der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – sagte: „Wenn sie kommen, uns zu holen, werden wir einfach an Bord dieses Schiffes gehen und fortsegeln. Allâh der Allmächtige wird diese Tür schließen, und sie werden uns niemals erreichen in alle Ewigkeit.“ Mit diesen Worten bewirkte der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, daß Abû Bakr sich erleichtert fühlte.

Der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und Abû Bakr blieben drei Tage und Nächte lang in der Höhle. Am Morgen des vierten Tages, einem Donnerstag, dem ersten Tag des Rabî‘a al-Awwal, bestiegen sie die Kamele, die ihr Diener Amir ihnen gebracht hatte, hinwärts mit dem beduinischen Führer, der sie nach Medina führen sollte. Sie machten sich auf die Reise. Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – war sehr berührt von der Feierlichkeit des Momentes des Aufbruchs. Als sie einen bestimmten Punkt erreicht hatten, hielt der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – sein Kamel an, drehte sich nach Mekka um und gab seinem Kummer Ausdruck. Der Engel Jibrâ’îl kam darauf zu ihm und sprach: „O Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, dein Herz ist weh, da du die Stadt, in der du geboren und aufgezogen wurdest, verläßt, aber dein Herr sollte mir dir diese Nachrichten offenbaren: (28:85). Dieser Vers war eine Ankündigung der Eroberung Mekkas, und mit diesen guten Neuigkeiten tröstete Allâh der Allmächtige Seinen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -. Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und Abû Bakr, ihr Diener und der Führer setzten ihre Reise nach Medina fort. Sie ritten 24 Stunden lang ohne Halt, nachdem sie die Höhle ath-Thaur verlassen hatten. Quraysh waren überall aus, nach ihnen zu suchen, und gar manch ein Mann war hinaus auf Kopfjagd gegangen um der zweihundert Kamele willen, die als Belohnung versprochen worden waren.

… Die Leute von Medina hatten Nachricht vom Aufbruch des Propheten- der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – von Mekka, und sie erwarteten ihn mit großer Spannung. Jeden Morgen bei Dämmerung gingen einige Männer der Banî ‘Amr in der Oase von Quba hinaus, um nach ihm Ausschau zu halten. Eines Morgens, an einem Montag, dem 12. Tag des Rabî‘a al-Awwal, entdeckte einer der Juden von Quba das Weiß ihrer Kleidung gegen die schwarzen Vulkanfelsen, und da er wußte, daß die Leute von Quba einen Besucher erwarteten, rief er ihnen zu: „Er ist gekommen! Der erwartete Besucher ist gekommen!“

Mit einem Mal überflutete eine Atmosphäre von Festlichkeit Medina, alle Leute strömten hinaus in die Straßen, die Reisenden zu treffen, deren Licht selbst das grelle Leuchten der Mittagssonne überstrahlte.

… Die Leute von Medina kamen in Gruppen, den Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – jeden Tag zu grüßen, und er blieb 14 Tage lang in Quba. Während dieser Zeit wurden dort die Grundfeste einer Moschee gelegt. … Das Gebäude wurde an einem Freitag vollendet und hieß Masjid al-Taqwa. Der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – betete Jum‘a dort zusammen mit einhundert Muslimen, und es war die erste Khutba und das erste Jum‘a Gebet im Islam.

Nach dem Jum‘a Gebet begleitete die ganze muslimische Bevölkerung Medinas den heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen , und Abû Bakr a¶#iddîq in die Stadt. Zu Fuß gingen sie wie zu Kamel oder Pferd, frohen Herzens und Takbîr rufend, als sie entlangkamen, so daß Himmel und Erde von ihrer Freude widerhallte. Die Frauen und Kinder begleiteten die Prozession und sagen ein Begrüßungslied, das bis zum heutigen Tag gesungen wird:

tala‘a al-badru ‘alayna

min thaniyati al-wida’

wajaba ash-shukru ‘alayna

ma da‘a lillahi da‘

ayyuhâ l-mab‘uthu fiha

ji’ta bi l-amri al-muta’

ji’ta sharrafta al-madina

marhaban ya khayra da’

»Der volle Mond geht über uns auf vom Augenblick des Abschieds an. Uns obliegt Dank dafür, daß ein Rufer uns zu Allâh ruft. O du, der du zu ihr (der Stadt Medina) gesandt wurdest. Du bringst das, dem wir zu folgen haben. Du kommst und ehrst dadurch die Stadt. Willkommen, o du bester aller Rufer.«

… Die Bewohner der Oase säumten die Straße, den Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – zu grüßen, als er in die Stadt einritt. … Von den Dächern kamen Willkommensrufe, und Männer standen vor ihren Häusern und griffen nach dem Halfter des Kamels des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, als er vorbeikam, und luden ihn ein, ihre Behausung zu erleuchten und zu ehren. Der heilige Prophet segnete jeden mit einem Lächeln und ritt voran, indem er sagte: „Laß meine Kamelin vorbei, denn sie weiß ihren Weg. Ich werde absteigen, wo sie sich entscheidet hinzuknieen.“ Das Kamel, das vom Engel Gabriel geführt wurde, hielt schließlich beim Haus Abû Ayyûbs. Und das hatte folgenden Grund:

Dieser Mann, Abû Ayyûb al-Ansari, war ein Nachkomme der alten Könige aus dem Jemen, die zu jener Zeit Tubba genannt wurden. Sein Vorfahr war ein König, Abû Qarib, der vierhundert Jahre vor der Zeit des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – gelebt hatte. Der war ein Götzenanbeter, aber er hörte durch die christlichen Ratgeber vom Propheten, der kommen sollte. … Der König Abû Qarib war darauf von Liebe zum Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – ergriffen und begann sich nach ihm zu sehnen. … So besuchte er Mekka und Medina. In Medina erwarb er ein Haus für seine Nachkommen und verfaßte folgende Bittschrift: „O Prophet Allâhs – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, … ohne dich gesehen zu haben, bin ich von Liebe zu dir ergriffen. Ich bestätige deine Prophetenschaft und deine Botschaft, ich wünsche, von deiner Religion zu sein und als einer deiner Nation angenommen zu werden. Auch wenn es mir nicht möglich ist, an deiner gesegneten Lebenszeit teilzuhaben, so wünsche ich, dir mein Leben zu widmen, und hoffe, daß meine Bitte für dich annehmbar ist.“ Diese Bittschrift wurde versiegelt und von Generation zu Generation seiner Nachkommen in dem Haus aufbewahrt, bis sie zu diesem Zeitpunkt erfüllt wurde. …

DER BEGINN DES ISLAMISCHEN KALENDERS

Als der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – nach Medina kam, befahl er die Zählung eines neuen Kalenders mit Beginn des Datums der Hijra. Danach wurde das Jahr der Hijra zum Beginn des islamischen Kalenders genommen. Vor dieser Zeit hatte es keine reguläre Zählung der Jahre gegeben. Die Jahre wurden nur mithilfe bestimmter wichtiger Ereignisse, die in ihnen stattgefunden hatten, erinnert, wie einer großen Hungersnot oder einer Flut oder der Besteigung des Thrones durch einen bestimmten König oder Herrscher oder seines Todes.

In der Zeit des Propheten Ibrâhîm hatte ein neuer Kalender mit der Errichtung der Kaaba begonnen. In der Zeit Kusa bin Kilabs wurde ein großer Krieg zwischen den Ban Nadir und Bani Ma’bed gefochten, der von den Arabern „Ayyam al-Qatl“ genannt wurde, und die Jahre wurden von diesem Ereignis aufwärts gezählt. Dann wurde die Kaaba zerstört und wiedererrichtet, und wieder wurden die Jahre nach diesem Ereignis gezählt. Der Prophet Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – befahl nun, die Jahre von der Hijra aufwärts zu zählen. Einige Gruppierungen zählten die Jahre später nach der Tötung Hussein bin Alis, während andere vom Tod Mu’awiyas an zählten, der der Feind Alis war. Einige nehmen sogar den Tod Yazîds als Startpunkt ihres Kalenders. Es wird berichtet, daß der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – sagte: „Jede Nation muß eine Art haben, ihre Jahre zu zählen, um erzählen zu können und seine eigene Geschichte zu kennen.“ (“Li 260”: http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/205)
 
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