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  Dankbarkeit zu Allah
 




Über Dankbarkeit zu Allah, dem Erhabenen

Maqam von Imam Rabbani, Muhammad al-Masum und Sayfuddin in Sirhind, Indien

Der 70. Brief des dritten Bandes

In Namen Allahs, des Erhabenen, fange ich an, meinen Brief zu schreiben.
Lob und Preis sei Allah, dem Erhabenen, der uns Gaben aller Art gewährt und als größte Gabe uns im Islam und in der Gemeinschaft des heiligen Propheten Muhammed erschaffen hat.
Man sollte es ausführlich durchdenken und begreifen, dass allein es Allah, der Erhabene ist, der den Menschen alle Gaben schenkt. Er ist es allein, der alles erschuf und erschafft. Er ist der einzige Gott, der alle Wesen jeden Moment im Dasein erhält. Die vorzüglichen und guten Eigenschaften der Menschen sind Seine Gnade. Unser Leben, Wissen, Hören, Sprechen und unsere Macht sind Seine Gaben. Er ist es, der unzählige Gaben schenkt. Er ist es allein, der die Menschen von den Schwierigkeiten und Qualen befreit, Gebete erhört und Kummer und Unglück beseitigt. Er ist es, der Nahrung erschafft und gewährt. Er ist so gnädig, dass Er auch den Sündigen Nahrung zuteilt. Er stellt die Sündigen nicht bloß, so dass sie nicht in Schande dastehen. Er ist so barmherzig, dass Er nicht eilt, die Sündigen zu bestrafen. Er schenkt die Gaben sowohl denen, die Ihn lieben, als auch denen, die Ihn nicht lieben. Er gewährt sie allen. Als die größte Seiner Gaben zeigt Er den richtigen Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück. Er möchte, dass wir nicht vom Rechten abirren und ins Paradies kommen. Um Seine Liebe und unendlichen Gaben im Jenseits und Sein Wohlgefallen erlangen zu dürfen, müssen wir Seinem geliebten Propheten folgen, wie Er gebietet.
Die Gaben Allahs, des Erhabenen sind augenscheinlich wie die Sonne. Die Gaben anderer kommen auch von Ihm. Er ist es, der sie vermittelt und den anderen die Macht und den Wunsch zur Wohltat gegeben hat. Daher ist es Er allein, der alle Gaben sendet. Irgendwen außer Ihn um etwas bitten, gleicht einen Armen um Almosen zu bitten. Sowohl Ungebildete als auch Gelehrte, sowohl Dumme als auch Intelligente wissen, dass diese Worte richtig sind. Denn all dies ist offenkundig und bedarf keines Nachdenkens.
Man dankt dem, der einem Gutes tut, und verehrt ihn. Deswegen müssen alle Menschen für die Gunst Allahs, des Allmächtigen, dankbar sein. Es ist eine menschliche Aufgabe, Allah, dem Erhabenen, für Seine Gaben zu danken. Es ist eine Aufgabe, eine Verpflichtung die die Vernunft fordert. Aber es ist nicht leicht, Allah, dem Erhabenen zu danken. Denn Menschen sind machtlose, bedürftige, fehlerhafte und sterbliche Geschöpfe. Allah, der Allmächtige dagegen ist frei von allen Fehlern und ewig. Er besitzt alle Erhabenheit. Darum gibt es keine Ähnlichkeit zwischen Allah, dem Erhabenen und den Menschen. Können solche niedrigen Diener Allah, dem Allmächtigen würdig danken? Es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, die jedoch schlecht sind und die Allah, der Erhabene, nicht mag. Dinge, die wir als Ausdruck von Dankbarkeit und Verehrung kennen, können gemeine und unerwünschte Dinge sein. Die Menschen können zufolge ihrer fehlerhaften Vernunft nicht die richtige Art der Verehrung und Dankbezeigung gegen Allah, den Erhabenen, finden. Solange diese Art nicht von Allah, dem Allmächtigen, bezeichnet wird, können Dinge, die wir als gut vermuten, in Wirklichkeit häßlich und böse sein. Deswegen sandte uns Allah, der Erhabene, durch Seinen Propheten die Verpflichtung des Dienerseins und der Dankbarkeitshandlungen, die der Mensch gläubig mit seinem Herzen, seinen Worten und mit seinem Körper verrichten soll.
Die Aufgaben der Diener, die Allah, der Erhabene, bezeichnet und gebietet, heißen Islam. Um Allah, dem Erhabenen, danken zu können, muß man dem Islam gehorchen, der von dem heiligen Propheten verkündet worden ist. Nur die im Islam genannten Dankbarkeitshandlungen sind gut und werden von Allah, dem Erhabenen, anerkannt. Alles was im Islam nicht positiv genannt wurde, mag Allah, der Erhabene, nicht und anerkennt es nicht an. Denn es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, während der Islam sie als schlecht bezeichnet. Also, wer vernünftig ist, soll dem heiligen Propheten Muhammed folgen, um Allah, dem Erhabenen, zu danken. Die Dankbarkeitsbezeigung, die dem Islam entspricht, heißt Anbetung.
Die islamischen Wissenschaften teilen sich in Religionswissenschaften und Naturwissenschaften. Die Religionswissenschaften bestehen aus zwei Teilen:
Der Glaube, den man aus Herzen bestätigen muß. Solche Kenntnisse werden die Glaubenskenntnisse genannt.Die Anbetung, die körperlich und geistig erfolgen soll. Die Kenntnisse nennt man die Kenntnisse der Anbetung bzw. Handlung oder das Religionsgesetz.

aus www.ahlu-sunna.de
 
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