Sufizentrum Braunschweig
  Unser Weg ist Freundchaft
 



Unser Weg ist Freundschaft

                                     Maqâm Shâh Naqshbands

Es ist nicht wichtig, in jeder Versammlung ein neues Thema vorzubringen. Wir haben eine endlose Zahl von Themen in unserem Leben, auf die wir zurückgreifen können. Manchmal ist auch eine Wiederholung nötig. Ein Arzt verabreicht eine Medizin, und wenn er sieht, daß es nicht genug war, gibt er sie noch einmal oder mehrmals. Bei den schier endlosen Themen unseres Lebens brauchen wir manchmal eine Wiederholung.

Shah Naqshband wiederholte immer wieder den Satz:

"Târîqatuna as-suhbah wal khairu fil jamiah",

was bedeutet: Unser Weg ist der Weg der Freunschaft mit dem Scheich, und alles Gute liegt in der Gemeinschaft. Das Zusammensein ist das Fundament unseres Ordens. Wenn jemand Güte und Erfolg wünscht und gute Dinge, die glücklich und zufrieden machen, muß er mit anderen Leuten zusammenkommen, deren Herzen auf denselben Punkt zielen. Sogar nur 5 oder 10 Minuten einer solchen Zusammenkunft geben ihm eine Kraft - wenn er ein Jahr beten würde, könnte er nicht dieselbe Kraft erlangen. Mit solchen Leuten zusammenzukommen, ist Großscheichs Anweisung. Täglich oder alle drei Tage oder alle 10, 15 oder einmal im Monat. Es dürfen nicht mehr als 40 Tage ohne ein Treffen mit den Brüdern in der Tariqat vergehen. Man soll nicht mehr als 40 Tage abwesend sein, denn das Treffen gibt Kraft und wir brauchen diese Kraft. Wir brauchen Kraftstationen, um unseren Glauben zu stärken.

Wenn unser Glaube schwächer wird, wird auch unser physischer Körper schwächer. Die Person fühlt sich dann passiv, und seine Hände und Füße sind wie mit Ketten oder Seilen gefesselt. Er fühlt sich unfähig aufzustehen und hinter etwas herzulaufen. Deshalb brauchen wir diese Versammlungen, sie geben den Anwesenden Unterstützung, eine himmlische Kraft, die durch den Propheten (FSmi) über die Heiligen zu uns strömt. Es ist eine wichtige Anweisung in unserer Tariqat und von unserem Großscheich, überall, egal wo man ist, Leute aufzusuchen, deren Ideen diegleichen wie deine sind, die auch Allahs Segen wollen. Ihr müßt nach aufrichtigen Leuten jeder Religion fragen und von Zeit zu Zeit müßt ihr euch treffen. Sogar, wenn ihr Glaube ein anderer ist. Wenn ihr fühlt, daß sie mit euch sind, müßt ihr euch mit ihnen treffen.

Ein Mensch kann so viele Seiten haben, wie ein Haus Türen hat. Man muß sich an den gegenüberliegenden Türen treffen, auch wenn nur eine Seite 'gegenüberliegt'. Frage nicht danach, ob ein Freund von allen Seiten für dich geeignet sein mag. Wenn ihr auf einer oder zwei Seiten Berührung habt, ist es genug. Halte Freundschaft und treffe dich mit ihm. Ein Treffen gibt immer einen Nutzen, vor allem, wenn du dich um Allahs Willen mit ihm triffst. Denn diese Person ist auch ein Diener von Allah, ist auch geschaffen von Allah. Versuche in Berührung zu sein mit dieser Person. Versuche die geeignete Seite zu finden, um mit ihm zusammenzukommen. Er mag ein Christ sein oder anderen christlichen Gruppierungen angehören, wichtig ist nur, daß er glaubt, und daß wir Gläubige finden, die an Gottes heilge Bücher, an die Propheten, die Engel, den Jüngsten Tag, an Hölle und Paradies glauben. Wenn du so jemanden findest, besteht eine Art Partnerschaft zwischen euch.

Versuche gemäß deines Glaubens zu handeln, denn dein Glauben gibt dir Kraft zu handeln. Triff dich mit Gläubigen, es gibt dir und ihnen göttliche Unterstützung. Achte nicht auf ihre Handlungen, sondern frage nur nach ihrem Glauben. Wenn die Person glaubt, ist es leicht für sie, von einer Stufe auf die nächste zu kommen. Mit Gläubigen kannst du so viele gemeinsame Punkte finden, die einen spirituellen und physischen Nutzen bringen. Schnell kannst du erkennen, ob einer an Allah glaubt oder nicht.

Manche Leute sagen, daß sie an nichts glauben, nur an die Gerechtigkeit und daran, daß jeder sein Recht bekommen muß. Das mag ihr Hobby sein, ihr Ideal - Gerechtigkeit für alle auf Erden. Dieses Ideal ist weit verbreitet auf der Erde - Millionen von Menschen vertreten es. Du kanst ihnen sagen, daß auch jeder Gläubige absolute Gerechtigkeit will. Es gibt niemanden, der nicht für Gerechtigkeit ist. Dieses Ideal kannst du bei fast allen Menschen finden. Und du kannst sie dazu anspornen, die Gerechtigkeit für alle Menschen auch in die Tat umzusetzen. In unserer Zeit ist die Unterdrückung weit verbreitet, es gibt keine Gerechtigkeit, sondern nur Unrecht unter den Menschen. Tausende von Menschen sind auch unzufrieden mit der Ungerechtigkeit hier auf Nordzypern. Frage sie: Glaubst du an Gerechtigkeit? - Ja. Wünschst du Gerechtigkeit? Versucht du, den Menschen Gerechtigkeit zu bringen? Welche Methode verwendest du dazu? Du kannst Gerechtigkeit nicht nur durch Reden bringen. Du mußt die Wege kennen, die Methoden, die uns dabei helfen. Eine nützliche Methode will ich für alle Nationen aufschreiben. Wenn sich die Menschen auf diesen Punkt einigen, ist es eine sanfte Gewalt. Wenn sie sich um Gerechtigkeit bemühen, werden die Regierungen dadurch bedrängt. Sie werden sagen: Das Volk erwacht, wir müssen die Unterdrückung zurücknehmen. Die Regierenden werden dadurch veranlaßt, auf ihre Taten zu schauen. Wir müssen versprechen, die Gerechtigkeit zu unterstützen. Wer Gerechtigkeit sucht, ist "Haqqani" und es ist eine große Ehre, diesen besten Namen zu tragen. Versuche, ein Unterstützer der Gerechtigkeit zu sein und das Unrecht von der Welt zu entfernen. Ohne auf die Religion zu schauen, magst du so viele Menschen finden, die in diesem Punkt übereinstimmen. Wir danken Allah dafür, daß er uns von Seinem endlosen Segen gegeben hat.

 












 
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