Sufizentrum Braunschweig
  Jesus und Sufis
 



Jesus und Sufis

 


Christen, die an die Bibel als Offenbarungstext und an den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen aufrichtig glauben, werden nicht umhin können, das Sufi-Sein von Jesus anzuerkennen. Geht man nämlich davon aus, dass Jesus wirklich jener im Alten Testament vorverkündete Menschensohn war - was das gesamte Christentum tut -, dann stammt die Offenbarung, dass Jesus Sufi war, unmittelbar von Gott. Heißt es doch in Ezechiel Kapitel 3, Vers 17 wörtlich: „Du Menschensohn, Ich übergebe dich dem Hause Israel als Sufi(t)!“

Die biblische Prophezeiung erhellt das Leben von Jesus erheblich. Nimmt man die Aussage seines Sufi-Seins an, dann wird das Bild seines geistigen Auftrags und Lebens zum ersten Mal verständlich und stimmig: Der Sterbeakt von Jesus und seine Wiederaufstehung dokumentieren so betrachtet die alte Sufi-Praxis des Sterbens vor dem Sterben (al-fana‘), wie auch die überirdische Rückkehr des Sufis in ein ewiges Leben (al-baqa‘) in gleichermaßen zeitgerechter wie anschaulicher Weise. Die beiden Hauptereignisse im Leben von Jesus wären die zwei Teile seiner Sufi-Inszenierung, die ihm Gott befohlen und vorhergesagt hatte. Die diesbezügliche Botschaft der Bibel ist klar: Das Sufi-Sein von Jesus soll ausdrücklich Israel dienen! Womit er zweifelsohne die Tradition der Sufi-Propheten in Israel fortsetzen soll.

Die Auffassung des Sufitums wird von der Bibel bestätigt. Dort sieht sich Jesus als Prophet: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Propheten erhalten.“[i].Der vorgebliche Nazarener[ii] verteidigt die Propheten mit sehr deutlichen Worten: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben: Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Denn wahrlich: bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe vom Gesetz entfernt werden können, bis alles sich erfüllt“[iii]. Auch die Menschen, die Jesus umgeben, betrachten ihn als Propheten: „Und als die Leute die Wunder sahen, die Jesus getan hatte, sagten sie: Er ist wahrlich ein Prophet“[iv].

Manchem Christen mag die Zuordnung von Jesus zu den Propheten wie ein Sakrileg an Jesus, ja geradezu wie eine Herabwürdigung seiner Stellung als Christus und Heiland vorkommen. Diese Christen, die Jesus absolut, quasi an Gottes statt verehren, wird man kaum damit beschwichtigen können, dass man ihnen die strengen Maßstäbe des Prophetentums vor Augen hielte. Waren die Propheten doch auserwählte Menschen, die Weissagungen und andere Botschaften von Gott empfingen und diese ohne jede Zutat wahrheitsgemäß wiederzugeben hatten - Boten einer Göttlichen Diplomatie.

Allein, um dieses auch wirklich zu können, mussten die Propheten reinen Herzens sein. Propheten Sinnlichkeit, Grobheit oder Unwissenheit oder andere, persönliche, moralische Schwächen vorzuwerfen, sei schlichtweg mala fides, böser Wille meinte Benjamin.

Esoterischen Propheten widersetzt sich die Bibel
Ausnahmen dieser Regel sind die falsche Propheten. Das jedenfalls ist die Vision der Sufi-Lehre. Im Buch Deuteronomium, einem der fünf Bücher von Moses ist folgende Bestimmung des falschen Propheten zu finden: „Ein Prophet, der sich anmaßt, in Meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung Ich ihm nicht aufgetragen habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben“. Jedermann solle wissen, dass ein Prophet, der im Namen des Herrn spreche und dessen Wort sich nicht erfülle und nicht eintrete, ein Wort, das nicht von Gott ist, ausgesprochen habe. Und niemand solle sich durch ein nur angemaßtes Wort aus der Fassung bringen lassen[v]. Magier und Esoteriker seien keine Propheten, bekräftigt die Bibel. Es soll bei den Propheten keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lasse. Keinen, der Losorakel befrage, Wolken deute, aus dem Becher weissage, zaubere, Gebetsbeschwörungen hersage oder Totengeister befrage. Keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat frage. Denn jeder, der etwas derartiges tue, sei dem Herrn ein Greuel[vi].

Das Alte Testament unterscheidet diverse Tätigkeiten, die Gottesdienst sind: Den echten Gottesdienst, bestehend aus Gebet und Opfer; den Dienst an der Gesellschaftsordnung;die persönliche Freude an Gott. Der Gläubige erfülle den Dienst eines einfachen Dieners, der Prophet sei ein Knecht.

Auch Jesus wird biblischerseits als Knecht angesehen. „Höre, Hoherpriester Jeschua“, sagte Sacharja voraus: „Du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, ihr seid Männer, die Wahrzeichen sind. Denn siehe, ich will Meinen Knecht kommen lassen, den Spross“.

Diese und andere altestamentarliche Vorhersagen, die Jesus die Rolle eines Knechtes Gottes, nicht aber die eines eigenständigen, über Leben und Tod bestimmenden Herrn über Gottes Schöpfung zuweisen, findet seinen Höhepunkt im Leiden des Knechtes: Denn „sie werden den Sufi Israels mit dem Stock auf Backen schlagen“, wie ein Vers der Weissagung mit einem weiten Blick voraus in die Zukunft verkündet[vii].

Im Kalabathis Sufi-Klassiker „Kitab al-Ta’arruf li-madhab ahl al-tasawwuf“ wird der Begriff des Propheten differenziert: Ein Prophet, so heißt es dort, sei nicht infolge der Darbietung von Wundern Prophet, sondern allein deswegen, weil Gott ihn mit einer Botschaft ausgesandt hätte – ob jener Wundergaben besitze oder nicht. Es gehöre zu den Pflichten eines Gottesgläubigen, einen solchen auserwählten Menschen in seinem Anspruch als Propheten anzuerkennen, selbst wenn man keinerlei Wunderdinge an ihm feststellen könne. Allein, dass ein Prophet die Gläubigen dazu auffordere, dem nachzukommen, was Gott den Menschen als gottesdienstliche Pflichten auferlegt habe - vor allem das Bekennen Seiner Einheit,die Ablehnung jeglicher Beigesellung und die Ausübung dessen, was der Intellekt des Menschen als von Gott erlaubt einstufen würde, sei ein hinreichender Grund, diesen uneingeschränkt anzuerkennen.

Offenbare Gott Seine wundersamen Kräfte in einem Propheten, so zögen diese sein Prophetenamt natürlich nicht in Zweifel, da das in-Erscheinungtreten wunderhafter Kräfte den Propheten nur bestärken und seinen Anspruch untermauern würde, da sie den Beweis für seine Auserwähltheit gäben. Wunder, die Propheten täten, würden nur bestätigten, dass es nur einen Gott, und keine anderen gäbe. Und Kalabathi fährt dann fort: „Einige Sufis halten daran fest, dass es durchaus geschehen könne, dass Gott Seine Feinde dazu bringe, ihre eigene Person als Wunder anzusehen“. Dies könne soweit gehen, dass auch deren Freunde an deren wunderhafte Persönlichkeit glaubten. Ihre außergewöhnlichen Kräfte würden jene Menschen langsam ruinieren und sie zum Schluß ganz abstürzen lassen. Die von ihnen ausgeübten Wunder würden Stolz und Selbstbetrug aufkommen lassen und in der Vorstellung der Wundertäter das Bild verfestigen, sie hätten sich vermittels ihrer eigenen Gedanken und Taten gar selber erschaffen. Dies bringe die betroffenen Menschen zum vermeintlichen Glauben, über anderen Menschen zu stehen, ja selbst zur Geringschätzung der ausgewählten Diener Gottes. Echte Heilige dagegen, würden infolge der von ihnen ausgeübten Wunder noch demütiger und ergebener werden.

Die von den Propheten, respektive Heiligen, getätigten Wunder würden sich, so Kalabathi, darin unterscheiden, dass erstere die von ihnen ausgeübten Wunder vorherwissen würden; während die Heiligen bei Gott um Wunder bitten würden und überrascht von diesen wären. Ein weiterer Unterschied zwischen diesen Wunderarten bestünde darin, dass die Wunder der Heiligen Antworten Gottes auf ihre Gebete oder geistigen Übungen seien; wohingegen Wundertaten der Propheten dadurch ausgezeichnet wären, dass sie entweder etwas aus Nichts hervorbringen würden oder die essentielle Natur eines Dinges transformieren würden.

Heilige und Propheten unterschieden sich darin, dass letztere gegen schwere Sünden durch einen besonderen Göttlichen Schutz gefeit seien und der Ausgang ihrer Mission Göttlich vorherbestimmt sei. Aus diesem Grunde würden Hindernisse auf ihrem Weg von Gott Selbst ausgeräumt werden. Außerdem zeichne die Propheten eine direkte Kommunikation mit ihrem Schöpfer aus; während die Heiligen dieses Privileg nicht teilen würden.

Jesus, der Bote des Friedens im Himmel
Laut Jer 9:5f gipfelt auch die verkündete messianische Herrschaft, die man im Christentum mit Jesus verbindet, in der Aufrichtung von schalom, der Einsetzung des Friedens im Himmel und auf Erden. Infolge des Erscheines des erwarteten Messias würde die Göttliche Ordnung, die Misfat, in Israel wiedererstehen.

Die schroffen Worte Jesu widerlegen diese christliche These: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“[viii]. „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“Der Sufi Israels verkündet einen Frieden einer anderen Welt, da diese Welt nicht Frieden hält. In Johannes 14:27 findet sich hierzu stellvertretend der folgende Vers: „Ich hinterlasse euch Frieden, ich gebe euch meinen Frieden; doch gebe ich euch nicht einen Frieden wie die Welt ihn euch gibt“.

Jesus verlangte den Frieden des Herzens. Derjenige, der ihm nachfolgen würde, würde den Frieden des Himmels erlangen, war Jesu Antwort auf irdische Höllen: „Friede sei im Himmel und Ehre sei in der Höhe“[ix]. Jegliche Niedrigkeit und Nichtigkeit vernichte das Streben nach himmlischem Frieden. Die Welt sei in Ruhe zu lassen.

Die Ansicht Benjamins, Jeremia sei der einzige Prophet vor Jesus gewesen, der das Wort schalom (= Frieden ) in Verbindung mit einer Religion gebraucht hätte, ist nicht gänzlich zutreffend. Denn als Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, nach der Bekanntgabe des Namens seines Sohnes vom Heiligen Geist erfüllt ist, ruft dieser aus: „Und du, Kind, wirst der Prophet des Höchsten heißen, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes/ und unsere Schritte auf den Weg des Friedens lenken“[x].

Die Tradition der Friedenssprüche im Alten Testament lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Gesetzeshüter des Göttlichen Gesetzes auch seine Friedenswächter sind: „Diejenigen, die dein Gesetz lieben, erlangen großen Frieden“, steht in den Psalmen geschrieben[xi]. „Ich setze den Frieden als Aufsicht über dich ein/ und die Gerechtigkeit als deinen Vogt.“ Ganz Israel soll Frieden erlangen. Dies ist das große Ziel, das Gott vor Augen hat, wenn Er emphatisch ruft: „Friede über Israel!“[xii]

Das Alte Testament stellt klar, dass der Friede nichts anderes den das Ergebnis der Treue zum ewigen, zwischen Gott und seinen Geschöpfen geschlossenen Gesetzesbund ist. Deshalb spricht der Herr zu Moses: “Darum sprich: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens , und dieser Bund soll ihm und seinen Nachkommen ihr ewiges Priestertum garantieren““[xiii].
Dennoch hilft der Hinweis David Benjamins weiter. Nur Jeremia nämlich verkündet einen Propheten, der die Botschaft des Friedens auf Erden verkündigt. In seiner wortmächtigen Schelte des falschen Propheten Hananja (siehe Jer Kapitel 28) geißelt Jeremia alle üble Prophezeiung, da diese ihre Empfänger nur negativ mache. „Die Propheten, die vor mir und vor dir je gelebt haben, weissagten Krieg, Unheil und Pest gegen viele Länder und mächtige Reiche. Der Prophet aber, der den Islam (schalom) verkündigt, diesen Propheten wird man an der Erfüllung des prophetischen Wortes erkennen“. Der Frieden sei das Heil, um das es dem Gotte Israels ginge. Er sei deshalb der Kern, der in der Frucht der Religion eine beinahe ewige Zeit in der Verborgenheit verbringe, solange er nicht ihre Zielvision sei. Gott habe deshalb einen Sonderbotschafter aussenden müssen, um Seinen Gläubigen die Kernbotschaft Seiner Religion noch einmal eigens nahe zu bringen.

Der monotheistische Bund
Das innerste Moment des Bundes, den Moses mit Gott schloss, der Frieden zwischen Mensch und Gott, ergibt sich durch sein zentrales Glaubensbekenntnis: Keine Götter neben Gott anzuerkennen, dem einen und einzigen Schöpfer jegliche Allmacht zuzugestehen. „Höre, Israel!“ heißt es in einem Bibelspruch, „unser Gott, Jahwe , ist einzig“ [xiv]. Einem anderen Wesen denn Gott Handlungsmacht zuzubilligen, lehnt Jahwe kategorisch ab: „Sehr her: sie alle sind nichts,/ihr Tun ist ein Nichts;/windig und wesenlos sind die Bilder der Götter“[xv]. Eifersüchtig verteidigt der biblische Gott seinen Anspruch: „Ich bin Jahwe, das ist mein Name; / Ich überlasse die Ehre, die Mir gebührt, keinem anderen!“[xvi].

Als Vollstrecker des mit Gott geschlossenen Neuen Bundes, tritt auch Jesus in die im Alten Testament vorgezeichneten Fußspuren des Eingotttums ein. Auf die an ihn gestellte Frage, welches Gebot das erste und damit wichtigste sei, wiederholt Jesus, was er vom Alten Bund weiß: „Das erste ist: Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr“. Geblendet von der Antwort Jesu, bemerkt der Schriftgelehrte, von dem die Frage stammte: „Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm“[xvii].

Durch diese und ähnliche Verse erweist sich Jesus als Prophetennachfolger. So sieht ihn jedenfalls das Volk; denn als Jesus in der Stadt Nain einen jungen Mann zum Leben wiederweckt hat, glauben die Leute, er sei ein Prophet: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgetreten. Gott hat sich seines Volkes angenommen“[xviii].
Auch Jesu Jünger hielten Jesus für einen Propheten. Als zwei von seinen JüngernJesus nach der Auferstehung begegneten, ohne ihn zu erkennen, antworteten sie ihm nämlich auf seine Frage, welches große Geschehnis es in den vergangenen Tagen gegeben hätte, mit sehr eindeutigen Worten: „Die Sache mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet“[xix].
Schließlich gibt sich auch Jesus selbst als Prophet zu erkennen, als er, in Ankündigung seiner eigenen dramatischen Mission, dem Volke Israel dessen erbärmliche Behandlung der vergangenen Propheten vorwirft: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt. Darum wird euer Haus verlassen werden. Und ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: Gesegnet sei der, der kommt im Namen des Herrn“[xx].
Ob mit dem Propheten, der im Namen seines Herren auftreten würde, tatsächlich der auferstandene andere Jesus, also Christus, gemeint sei, ist eher unwahrscheinlich. Folgt man den Evangelien in ihrer Eigenschaft als Glaubenszeugnisse, steht für den gläubigen Christen allerdings außer Frage, dass ein besonderer Prophet erwartet wurde. Schon Moses hatte von diesem gesagt: „Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagt. Jeder, der auf jenen Propheten nicht hört, wird aus dem Volk ausgemerzt werden“[xxi].
Wer nun war dieser erwählte Prophet? Die Evangelien betreiben ein rechtes Verwirrspiel um diese zugleich geheimnisvolle wie öffentliche Person. Im Evangelium des Johannes wird Johannes der Täufer befragt, seine wahre Identität zu enthüllen. Anscheinend glaubte die Kaste der Priester, er wäre der Prophet: „Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu Johannes sandten mit der Frage: Wer bist Du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und ersagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein“[xxii].
War Jesus demnach doch der Prophet? Der Bibeltext bleibt zwiespältig. Einerseits lesen wir im Evangelium des Johannes: „Als die Menschen das Zeichen (der wunderbaren Fisch- und Brotvermehrung) sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll“[xxiii]. Andererseits verbreiten sich unter den Zeitgenossen Jesu widerstreitende Ideen. „Einige aus dem Volk sagten, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagte: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge“[xxiv].
Die Kirche äußert sich zum Thema der Prophetenschaft ihres vermeintlichen Gründers recht distanziert: Jesus habe den Titel „Prophet“ nur indirekt und verhüllt beansprucht“[xxv]. Sie gibt freilich zu, dass laut Erwartung des Judentums der Geist der Prophetie, der seit Maleachi erloschen war, als Zeichen der messianischen Zeit entweder in der Person Elija‘s oder mittels einer allgemeinen Ausgießung des Geistes wiederkehren würde. Doch habe es zu Zeiten Jesu, mit Ausnahme von Johannes dem Täufer, viele falsche Propheten gegeben. Der christliche Glaube lasse allein das Fürwahrhalten des Prophetentums von Jesus im Sinne der Erfüllung des von Moses vorherbestimmten spezifischen Propheten zu. Johannes sei der Bereiter dieses Propheten gewesen.



Offenbarungen Gottes im Offenbarungserlebnis
Um die zentrale Frage, ob Jesus oder ein anderer der vorhergesehene Prophet der Propheten gewesen war oder nicht, einigermaßen realitätsbezogen beantworten zu können, dürfte es von Nutzen sein, die Geschichte des Prophetentums, wie das Alte Testament sie dargelegt hat, nachzuvollziehen. Folgt man dem Kommentar der Einheitsbibel, dann wurden die Propheten wesentlich zu zwei Zwecken gesandt: Erstens den Willen Gottes zu künden und zweitens mit ihrer ganzen Personein Zeichen der Verkündigung zu sein“[xxvi]. Voraussetzung zum Empfang ihrer Göttlichen Botschaft sei einemystische Einheitserfahrung. Die Propheten hätten die an sie gerichtete Botschaft während eines überbewußten psychischen Zustands empfangen, der keineswegs selbstinduziert war. Ihre Gottesbotschaft hätten die Propheten auf verschiedene Weise erhalten, zum Beispiel durch eine Vision. Immer aber sei diese Erfahrung mit einem Hörerlebnis verbunden gewesen; weshalb die Bibel häufig von einer Eingebung spricht.
Die alten Offenbarungen waren doppelgesichtig, unheildrohend und heilverheißend[xxvii]. Jeremia, beispielsweise, wird gesandt um auszureißen und niederzureißen, um aufzubauen und einzupflanzen. Die Härte der geäußerten Botschaft sei geradezu ein Zeichen für die Echtheit einer Prophetie gewesen.
Die Form der Eingebung war frei. Der Inhalt der empfangenen Botschaft wurde teilweise in Prosa ausgedrückt; zu anderen Teilen in Versen. Zu den diversen Redegattungen gehörten unter anderen konkrete Droh – und Scheltreden, gemeine Mahnworte, Verheißungen und Heilsworte. Auch Spottlieder und Liebeslieder sind hier zu verzeichnen; Gerichtssprüche und Psalmen; Reden und Weisheitsverse. Die Offenbarung war ein Sprechen Gottes aus dem Munde der Propheten. „Der Herr, Jahwe, spricht – wer wird da nicht zum Propheten!“ ruft Amos mit Begeisterung aus. „Ich lege dir Meine Worte in deinen Mund“ lässt Jeremia seinen Auftraggeber, Gott, sprechen.
Die offenbarten Sätze sind „Sprüche Jahwes“. Nur volle Übereinstimmung mit den früheren Lehren von Jahwe habe die Echtheit einer prophetischen Botschaft garantiert[xxviii]. Die Unterscheidung wahrer von falschen Propheten fiel naturgemäß schwer. Auch bei den Propheten, die zu den Schriftgelehrten zählten. Der erste unter den Schriftgelehrten, Amos, übt sein Amt Mitte des 8. Jahrhunderts vor der Zeitrechnung aus. Die große Zeit der Propheten dauert dann etwa 200 Jahre - bis zum Exil. Die Visionen des als vorletzten altestamentlichen Propheten aufgenommenen Propheten Sacharja weisen mit großem Zukunftsgeschick auf zwei Gesalbte hin, die eines Tages der Welt vorstehen würden. Der eine, Jeshua, als Vertreter des geweihten Priestertumes, der zweite, Serubbabel, als Spross des alten Königtums von Israel. Die beiden Gesalbten würden zu gegebener Zeit in vollkommenem Einvernehmen herrschen, um die Idee des Königsmessianismus vorbildlich darzustellen. Ihr höchstes Gebot sei die geistige Reinheit.

Prophetische Sukzession
Das Alte Testament hebt Moses als Urahn des deuteronomischen Verfassungsentwurfes (Lexikon der Religionen) in den Rang einer vierten Gewalt – neben Richtern, Priestern und dem König, deren Ämter vor und nach Moses teilweise ebenfalls von den Propheten oder Sufis eingenommen wurden. Damit war die Prophetie auch politisch institutionalisiert. Die sogenannten frühen Propheten treten zu Anfang selten, später häufiger auf und beziehen sich aufeinander. Die bedeutenderen unter ihnen sind in der Regel Einzelkämpfer. Sie adressieren Ihre Verkündigungen im Regelfall an den König. Das von ihnen befolgte prophetische Schema besteht in einer festgelegten Reihefolge: Berufung, Offenbarung, Weitergabe. Leben nach den empfangenen Regeln. Sie urteilen und verurteilen Glaubens- und Gesellschaftsmissstände im Namen Yehowas, von welchem sie ihre politisch-religiöse Legitimierung herleiten. Das Ziel ihres prophetischen Aufrufs besteht in der Umkehr. Völkern und Tätern, die gegen die Verbote Gottes verstoßen, werden Strafen angedroht - und nach Möglichkeit vollzogen. Schwören sie ihren Irrtümern, vor allem jeder Beigesellung Gottes ab, kann ihnen Vergebung zuteil werden. Das ausschließliche Bekenntnis zu Jahwe heilt auch die schwersten Vergehen.
Eigenartigerweise stoppt die biblisch kanonisierte prophetische Verkündigung mit Maleachi – zwischen 515 und 445 vor Christus. Doch sehen christliche Vertreter Johannes den Täufer als letzten Propheten des Alten Bundes.

Die Propheten leben nicht ewig

Schon Joel 3:1-5 kündigte eine erneute Ausgießung des Geistes in der messianischen Zeit an. Für Christen wird diese Zeit durch Jesus Wirklichkeit. Die Propheten kehren wieder. Matthäus, der Evangelist, der sein Evangelium etwa um 75 n. Chr. herum schrieb und mit Sicherheit Johannes und Jesus nicht kennen gelernt hatte, meint trotz des von-sich-Weisens eines solchen Anspruches durch den Täufer selbst, in Johannes den zur Erde zurückgekehrten Elia zu erkennen: „Denn alle Propheten und das Gesetz haben auf Johannes hin geweissagt, und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll“[xxix].
Elia hätte versucht, so jedenfalls Holger Kersten, den Monotheismus am Königshof durchzusetzen. Er hatte gelehrt, dass sich „Gott nicht in Gewalt und Vernichtung offenbart, sondern in einem leisen Säuseln, also in Langmut und im stillen Wirken“. Elia war ein typischer Wanderprediger gewesen, der sich in Lumpen kleidete und seine Nahrung auf wundersame Weise bezog. Auch er vermehrte, wie später der biblische Jesus, zu dürftige Speisen und weckte manchen Toten auf.
Die alten Schriften sprechen davon, dass Elia gesandt worden war, um eine große Schar von Jüngern um sich zu sammeln.
Das 1. Buch der Könige zeigt Elia als Meister über den Regen. Ihm schien es keine Mühe zu machen, sich einfach verschwinden zu lassen. Auch musste er kein Feuer machen, um, zum Beweis der Gottesgunst, einen Ochsen zu braten[xxx]. Mehrere hundert falsche Propheten ließ der Prophet gnadenlos töten. Zu Ende seiner gewaltigen Mission fährt Elija mit einem von feurigen Pferden gezogenen feurigen Wagen zum Himmel empor – wobei ihm sein Mantel, das Sinnbild des geistigen Erbes, herabfällt.
Elias Sohn, Elischa, hebt den Mantel seines Vaters auf. In einer Art Verzweiflungsakt, vielleicht auch aus Empörung, möglicherweise aber auch in der Hoffnung auf sein erstes Wunder, schlägt er den Mantel auf das Wasser, wie es ihm Elija kurz zuvor vorgemacht hatte, und schreit: „Wo ist der Herr, der Gott Elias?“ Derweil sich das geschlagene Wasser zu zwei Seiten hin teilt. Und die Bibel fährt dann fort: „Die Prophetenjünger von Jericho, die in der Nähe standen, sahen ihn und sagten: Der Geist des Elija ruht auf Elischa. Sie kamen ihm entgegen und warfen sich zur Erde nieder. Dann sagten sie zu ihm: Unter deinen Knechten sind fünfzig starke Männer. Sie sollen auf die Suche nach deinem Meister gehen. Der Geist des Herrn könnte ihn fortgetragen und auf einem der Berge oder in einem der Täler niedergesetzt haben. Doch Elischa entgegenete: Schickt niemand! Als sie aber heftig darauf bestand, sagte er: Schickt sie also hin! Sie schickten fünfzig Mann aus, und diese suchten drei Tage lang. Da sie ihn nicht fanden, kehrten sie zu Elischa zurück“[xxxi].

Jesus, der Nazaräer
In fast allen griechischen Handschriften des biblischen Kanons findet sich ein Beiname für Jesus , der vielen nichts sagt: Jesus, der Nazoräer [xxxii]. Auch von vielen jüdischen Geschichtsschreibern wird Jesus als Jeschu-ha-nozri bezeichnet und Christen als Nozrim .

Die angeführten Namen könnten mit den Nasiräern in Zusammenhang stehen, einer Gruppe frommer Gläubigen, die sich Gott durch ein besonderes Enthaltsamkeitsgelübde weihten[xxxiii]. Die Bibel rechnet Johannes den Täufer und den Apostel Jakobus zu ihnen. Der Wortstamm nazar findet sich allerdings schon im indischen Sprachraum. In Hindustan steht nazar für den inneren Blick und nazaran bedeutet eine Vision zu erschauen. In der alten babylonischen Sprache hatte nasaru (oder nasiru) die Bedeutung eines Hüters Göttlicher Geheimnisse.

Die ethymologische Ableitung des Wortes Nazaräer vom aramäischen Begriff nazar – mit der Bedeutung wachen, beobachten und bewahren - dürfte wahrscheinlicher sein. Im übertragenen Sinn meint das Wort auch schwören oder sich für den Gottesdienst zu verpflichten[xxxiv]. Die Bedeutung dieses Wortes deckt sich auffallend mit der biblischen Beschreibung der Sufis als Beobachter und Wächter . Die mit Öl geweihten Steine der Misfat wurden unter anderem auch dafür errichtet, um dort die verschiedensten, an Gott adressierten Versprechen und Schwüre zu sprechen. Lentulus, ein römischer Patrizie, weist jedenfalls in seiner Beschreibung von Jesus , der einzigen, die erhalten ist, auf dessen lange Haare nach Art der Nazaräer hin. Diese galten als Zweig der Essener, deren Gemeinschaftsleben erst in diesem Jahrhundert durch spektakuläre Manuskriptfunde einigermaßen ausgiebig studiert werden konnte.

Auch die Anhänger der judenchristlichen Urgemeinde wurden Nazaräer genannt. Man bezeichnete sie auch als Iessaei,einem wahrscheinlich mit dem vom Islam übernommenen Namen Jesu, ‘Issa, verwandten Begriff, der durchaus mit der in Alexandria , Ägypten , lebenden kontemplativen Essäern in Verbindung gebracht werden muss. Denn schon im vergangenen Jahrhundert schloss man aus den Berichten über die Essener , dass die Gemeinde um Jesus ein Zweig des Essenertums gewesen sein könnte.

Die bekannteste der essenischen Gemeinschaften war die Gemeinschaft von Qumran , die möglicherweise auch im Leben von Jesus einen besonderen Stellenwert hatte. Die Anhänger dieser Gemeinschaft besaßen gemäß ihren Schriften keinen eigenen Namen. Sie nannten sich die Armen oder die Leute der Wahrheit. Der von ihnen zu erfüllende geistige Standard erhob sich, vergleichbar dem Standard islamischer Sufis, weit über alle Forderungen des normativen jüdischen Gesetzes.
Diese Tatsache könnte sich aus dem Ursprung dieser Bewegung herleiten, die man mit einiger Gewissheit aus der 1896 in einer Synagoge in Kairo gefundenen „Damaskusschrift“ rekonstruieren kann. Dem aufsehenerregenden Fund ist zu entnehmen, dass die als Qumran bekannte Gemeinschaft ca. 390 Jahre nach der Gefangenschaft unter Nebukadnezar, in einer ‘Zeit des Zorns‘ begann. Demzufolge dürfte es sich bei dieser Bewegung um eine innerjüdische Protestgruppe mit einem elitären Selbstverständnis (Gruber und Kersten) handeln: Auserwählte eines initiatorischen Bundes, der der religiösen Selbstverwirklichung seiner Anhänger diente und den durch Theologisieren ausgetrockneten Gesetzespfad stark kritisierte; auch wenn es in den Schriften der Qumraner hauptsächlich um das von Gott erlassene Gesetz und die Propheten ging.

Dasselbe wird auch von den Essenern im allgemeinen vermutet. In ihrem Buch „Der Ur-Jesus“ meinen Gruber und Kersten, im Essenismus eine jüdische Erneuerungsbewegung mit dem Ziel eines universalen Priestertums als Ausdruck des von Gott verkündeten wahren Israels gemäß Exodus 19:4 zu sehen. Dort heißt es, dass Israel zu einem Reich von Priestern und einen heiligen Volk werden würde, wenn das Volk den mit Gott geschlossenen Bund wirklich und wahrhaftig einhalten würde. Andere Deutungen wollen die Entstehung der Sekte auf die Makkabäerzeit zurückführen, als einige ‚Reine‘ den Tempelkult in Jerusalem in der Hand illegitimer Priester wähnten. Diese hätte sich abgespalten und ihre eigene Gemeinschaft gegründet[xxxv].

Die diversen Etymologien des Namens Essener stammen aus verschiedenen Sprachen und sind zum größten Teil spekulativ. Einige glauben, Essener komme vom griechischen „heilig“ (hosios). Andere möchten ihn vom aramäischen Begriff ‘yssiyn, die „Heiler“, ableiten. Es lohnt sich freilich nicht, solchen Ideen Gehör zu schenken, da sich die Qumraner selber Bene Sadok, Söhne Zadoks, nannten und sich als die Erwählten Israels und Berufenen des Namens Zadok empfanden.
Als sichere Erkenntnis gilt, dass die Essener weiße Kleidung trugen und sich dermaßen demütig bewegten, dass Außenstehende den Eindruck bekamen, sie hätten ständig Angst vor einem Erzieher. Auch die Kontrolle der Gefühle gehörte zu den Merkmalen dieser geistigen Gruppe – und dass sie alles taten, sich dem Frieden zu widmen.

Apostel und Propheten des Neuen Testamentes
Schon im Alten Testament tauchen Prophetenjünger auf[xxxvi]. Ganze Scharen dieser Jünger umringen den Prophetenmeister – zur Wiederbelebung verknöcherten Glaubens und Wiederentdeckung der älteren Schriften. Vielleicht auch aus Enttäuschung über manche nichterfüllte Prophezeiung. Charismatische Propheten dürften zudem insbesondere wegen ihrer subversiven Lebensart sehr anziehend gewesen sein. Sie trauten sich über Dinge zu reden, die gemeinhin Tabuzonen waren. Und sie brachen jene Normen, die als unantastbar galten.
Der Charakter eines Propheten bestimmte in gewisser Weise auch die Art seiner Schüler. Dies war auch bei den Jüngern von Jesus nicht anders. Kraft ihrer einzigartigen Begabung gelingt es ihrem Meister Jesus, sie für Momente in die geistige Welt einzuführen - siehe ihr Pfingsterlebnis. Wahrscheinlich hatte Jesus selbst einen jüdischen Lehrer namens Rabbi Joshua ben Perachiah, von welchem er die meisterliche Technik rhetorischer Behandlung schwieriger Fragen erlernte. Sein Ruhm verbreitete sich bald. Jedenfalls wurde die Zahl der Jünger Jesu immer größer und selbst jüdische Priester schlossen sich seinem Glaubensweg an[xxxvii].
Die Apostel , seine Jünger , wollen Zeugen seiner Wunderkraft sein, um daraus ihre Kraft zur Missionierung zu schöpfen. Mit inspirierten Worten wirft Jesus sie auf sich selber und die Torah zurück: „Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufsteht“[xxxviii]. Jeden aufkeimenden geistigen Egoismus mißbilligt Jesus ausdrücklich, vor allem, wenn dieser in religiösen Hochmut ausartet. Von einem Berg herabgekommen, hält Jesus seine Augen auf seine große Schar von Jüngern gerichtet und spricht sie dann an: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Gottesreich“[xxxix]. Sie mögen sich nicht über dem Gesetz befindlich dünken, wenn es auch richtig ist, dass man vor ihm nur das Gesetz und die Propheten kannte; er aber nun das Evangelium vom Reich Gottes verkünde. Eher aber würden Himmel und Erde vergehen, als dass auch nur der kleinste Buchstabe des Gesetzes als Obligation für den Gläubigen fortfallen würde[xl]. Denn er selber, nämlich Jesus, würde sich an einer Speise laben, die die Jünger nicht kennten. Und diese Speise bestünde darin, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt habe[xli].
Der Kommentar zu Einheitsbibel spricht von den „zwei Apostelbegriffen“; womit die Jesu Jünger im engeren Sinne und spätere Beauftragte der christlichen Verkündigung gemeint sind. Denn eines Tages „rief Jesus seine Jünger zu sich und wählte zwölf von ihnen aus“[xlii]. Die Apostelliste von Jesus ist kurz. Ganze zwölf Jünger gehören in den engsten Kreis: Simon Petrus, Andreas, ein Bruder von Petrus, Jakobus, Johannes, der Bruder von Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Thomas, Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thäddäus, Siomon Kananäus und Judas Iskariot. Die Hierarchie dieser Apostel wird unterschiedlich wiedergegeben. Diese zwölf Jünger, so deutet es das Christentum, seien die Nachfolger der Propheten.
Der Titel des Apostels ist jüdischen Ursprungs und bedeutet Abgesandter. Laut einigen Kommentaren der Bibel jedoch nur Gesandter . Die Herausgeber der Einheitsbibel räumen ein, dass der Begriff Apostel erst als Name für die ersten Missionare seitens der Urgemeinde aufgetaucht sei und vorher nicht bekannt gewesen sei. Johannes sei der erste christliche Prophet gewesen, und Paulus der letzte[xliii].
Dem Umgang mit den Prophetennachfolgern sei höchste Priorität einzuräumen. Denn wer den Jüngern nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gäbe, weil es ein Jünger ist – „Amen! Ich sage euch: Er wird gewiß sehr großen Lohn dafür bekommen“[xliv]. Die Prophetennachfolger selber würden sich allerdings auf größte Nöte und Mühen einstellen müssen, vor allem, wenn sie um Jesu willen beschimpft und verfolgt werden würden. „Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt“[xlv].


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[i] Mt 10:40-41.
[ii] Richtig müßte es heißen „Nazo..., da es keinerlei historische Anhaltspunkte für einen Ort namens Nazareth zur Zeit von Jesus gibt. Siehe...[fehlt]
[iii] Matth 5:17-18.
[iv] Joh 6:13-14.
[v] Dtn 18:20-22.
[vi] Dtn 18:9-12.
[vii] Weish4:14 - Weish 5:5.
[viii] Mt 10:34.
[ix] Lk 19:38.
[x] Lk 1:76-79.
[xi] Kapitel 119; Vers 165.
[xii] Psalmen 125:5.
[xiii] Num 25:10-12, teilweise nach Luthers Übersetzung der Bibel zitiert.
[xiv] Dtn 6:4.
[xv] Jes 41:29.
[xvi] Jes 42:8.
[xvii] Mk 12:29.
[xviii] Lk 7:16.
[xix] Lk 24:19.
[xx] Mth 23:27-39.
[xxi] Apg 3:22 f.
[xxii] Joh 1:19 ff.
[xxiii] Kapitel 6; Vers 14.
[xxiv] Joh 7:40.
[xxv] Jerusalemer Bibel, S. 1406.
[xxvi] Jerusalemer Bibel, Seite 1005.
[xxvii] Jerusalemer Bibel, Seite 1006.
[xxviii] Jerusalemer Bibel.
[xxix] Siehe Joh 1:19 ff und Matth. 10:10-14.
[xxx] Siehe 1. Könige, Kapitel 18, Verse 22 ff.
[xxxi] 2. Könige, 2:13-17.
[xxxii] „Ich bin Jesus, der Nazoräer, den du verfolgst.“ (Jerusalemer Bibel).
[xxxiii] Einzelheiten hierzu stehen im 4. Buch Moses, Kapitel 6.
[xxxiv] Jesus lebte in Indien, Seite 86.
[xxxv]Der Ur-Jesus, Seite 269.
[xxxvi] Siehe 2. Könige, Kapitel 2, Vers 3.
[xxxvii]Agp, Kapitel 6.
[xxxviii] Lk 16:31.
[xxxix] Lk 6:17-20.
[xl] Lk 16:17.
[xli] Joh 4:34.
[xlii] Lk 6:13.
[xliii] Siehe Römer 1:1: „Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkünden, das er durch seine Propheten im voraus verheißen hat in den heiligen Schriften...“.
[xliv] Matth 10:42.
[xlv] Bergpredigt; Matt 5:11-22.



Sheikh Hussein Abdul Fattah

 

 
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