Sufizentrum Braunschweig
  Khwaja Ali Hujwiri
 



Khwaja Ali Hujwiri 




Abul Hassan Ali Ibn al-Usman Jullabi al-Hajweri al-Ghaznawi oder Abul Hassan Ali Hajweri (manchmal buchstabiert Hujwiri), auch bekannt als Data Ganj Bakhsh  oder Data Sahib, war ein persischer Sufi-Gelehrter und lebte während des 11. Jahrhunderts. Er trug wesentlich zur Verbreitung des Islams in Süd-Asien bei. Hujwiri gehörte zur großen Bagdader-Schule des Sufismus.

Er wurde  in Ghazna im heutigen Afghanistan (etwa 990) geboren und starb in Lahore (im heutigen Punjab, Pakistan) um 1077 . Sein bekanntestes Werk ist Al- Kashf Al Mahjub ( "Enthüllung des Verhüllten").
 


Hujwiri unterscheidet zwischen einem Sûfi, der sich innerlich gereinigt und Erkenntnis und Liebe erlangt hat; einem Mutasawwif, der dieses Ziel anstrebt und sich auf dem Weg dahin bemühnt; und einem Mustaswif, der um des äußeren Eindruckes oder um materieller und gesellschaftlicher Vorteile willen so tut als ob. Im ersten Kapitel seines Buches "Kashf al-Mahjûb" betont er die Notwendigkeit, nützliches Wissen zu erwerben, auch in Verbindung mit dem islamischen Gebot, das das Streben nach Wissen zu einer religiösen Pflicht macht.

Das Ziel eines Derwischs war es, ein »wandernder Toter« zu werden: einer, dessen Körper auf der Erde lebendig bleibt, dessen Seele jedoch bereits im Himmel ist. In seinem Sufi-Handbuch, dem Kashf-al-Mahjub, heißt es, daß der Derwisch am Ende seiner Reise der Weg geworden und nicht mehr der Wanderer ist, zum Beispiel eine Stelle, die überquert wird, und nicht ein Reisender, der seinem eigenen freien Willen gehorcht.

Beklommenheit (gabd) und Beglückung (bast) sind zwei Zustände, die dem menschlichen Bemühen entzogen sind, sodass weder ihr kommen durch eine Aneignung (kasb) zustande kommt, noch ihr Gehen durch eine Anstrengung. Gott spricht: Gott macht beklommen und beglückt (Sure 2,245). Beklommenheit besteht in der Beklommenheit des Herzens im Zustand der Verschleierung, Beglückung besteht in der Beglückung des Herzens im Zustand der Enthüllung. Beides kommt von Gott ohne menschliches Bemühen. Die Beklommenheit im Leben der Erkenner ist wie die Furcht im Leben der Novizen, die Beglückung im Leben der Erkenner ist wie die Hoffnung im Leben der Novizen, gemäß der Lehre der Sufis, die die Ausdrücke: „Beklommenheit und Beglückung“ in diesem sinn gebrauchen.

Khawaja Moinuddin Chishti sprach dieses Lobgedicht  vor dem Grab Khwaja Ali Hujwiri:





Ganj Bakhsh Faiz-e-e aalam, Mazhar-e-i Nur Khuda
Naqisaan ra pir-e kaamil, kaamilaan ra rahnuma

Ganj Bakhsh ist eine Manifestation des Lichtes Gottes für die Menschen
Eine perfekter Führer für die Unvollkommenen und ein Führer für die Perfekten der Vollkommenen






 
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