Sufizentrum Braunschweig
  100 Ratschläge - Teil 2
 

Tugend 
 
Er sprach: 
„Mich nahm man auf diesen Weg durch die Tür der Tugend. Davor und Danach sah ich nichts anderes als Tugend auf diesem Weg.“ 
 
Der Sunnah folgen 
 
Er sprach: 
„Auf diesen Weg sich zu begeben und gute Taten zu vollziehen, gibt Freiheit ins Herz. Auf dem Weg der Sunnah sich zu befinden ist die größte aller Taten.“ 
Schah-i Naqschibendis obige Worte erläutern folgende Worte: 
„Wer sich von unserem Weg trennt, ist von seiner Din aus in einer sehr großen Gefahr.“ 
 
Wie begibt man sich auf diesen Weg 
 
Er wurde gefragt: „Wie kann ein Diener sich auf euren Weg begeben? Von wo?“ 
Er sprach: „Durch das Befolgen der Sunnah von Resulullah (Sallallahu aleyhi we Sellem).“ 
 
 
Tawakkul 
 
Er sprach: 
„Das, was derjenige tun muss, der Tawakkul hat, ist, dass er sich nicht wie jemand zeigt, der Tawakkul hat und sich damit versteckt, dass er arbeitet und Gewinn macht…“ 
 
Fehlerloser Freund 
 
Er sprach: 
„Wenn wir auf fehlerhafte Menschen blicken, bleiben wir ohne Freunde. Es gibt niemanden, der von den menschlichen Eigenschaften absolut gereinigt ist. Ohne Zweifel kann sich der Mensch irren. 
Wir sind auf diesem Weg in die niedrigen Zustände gefallen und in diesen geblieben. Allahu Teala hat rein aus seiner Gnade uns beschenkt und uns Höhe gegeben. Eigentlich ist Höhe und Ehre Allahs und Allahs Gesandtem Muhammeds (Sallallahu aleyhi we Sellem).“ 
 
Verleumdung 
 
Schah-i Naqschibendi hörte, dass einer seiner Freunde ihn „hochmütig“ nannte. Als er das vernahm, sagte er: „Die Größe, die wir haben, ist von Allahu Tealas Größe.“ Wer die Tiefe dieser Worte verstanden hat, hat sie verstanden… 
 
Halal Gewinn 
 
Er rief dazu auf, vom Halal zu gewinnen und zu essen. Als Beweis dafür nahm er diesen Hadith von Resulullah (Sallallahu aleyhi we Sellem): „Ibadah besteht aus zehn Teilen; neun davon sind Halal Gewinn. Der restliche Teil sind die anderen Ibadah.“  
Mittwochs ging er in die Läden seiner Schüler, setzte sich an ihre Kassen, nahm das Geld und warf es in die Luft. Ein Teil des Geldes wurde zu schwarzen Vögeln und ein Teil kehrte zu der Kasse zurück. So bewahrte er seine Schüler vor Haram Geld. 
Auch sprach er: „Alles, was ich erlangt habe, habe ich mit dem Essen von Halal erlangt.“ 
 
Halal Essen 
 
Den armen Derwisch ihr Essen machte er eigenhändig und er deckte ebenfalls eigenhändig den Tisch. 
Wenn sie zu Tisch kamen und sich setzten, riet er ihnen, Bewusstsein zu bewahren. Er beharrte sehr auf dieser Bewusstseins-Angelegenheit. Wenn einer zu Tisch unbewusst – in Gaflet – einen Happen zu sich nahm, sah er dies mit Kaschif und ermahnte ihn, er riet dazu nichts mit Gaflet zu essen. Deswegen sprach er: 
„Dass gute Dinge hervorkommen geschieht nur dadurch, dass man Halal isst. Das es vom Halal kommt hängt davon ab, dass man es mit Bewusstsein isst. Dass der Knecht Bewusstsein bekommt, durchgehend im Wachzustand ist und besonders im Gebet Bewusstsein hat, hängt davon ab, dass er sein Halal Essen mit Bewusstsein isst.“ 
 
Essen, das mit Zorn gemacht wird 
 
Muhammed Bahauddin ging eines Tages nach Gazyut. Einer seiner Murid brachte ihm etwas zu Essen. Er blickte auf das Essen und sprach: 
„Derjenige, der dieses Essen bereitet hat, vom Kneten des Teiges bis zum Kochen und vollenden der Speise, war zornig; es passt nicht zu uns, solch eine Speiße zu essen. In Essen, das in solchem Zustand gemacht wird, gibt es keinen Segen, keinen Überfluss. In dieses Essen hat Scheytan seinen Weg hineingefunden, wie kann man davon etwas Gutes erwarten!“ 
 
Dem Gast dienen 
 
Muhammed Bahauddin Schah-i Naqschibendi fastete die meiste Zeit. Jedoch, wenn er Besuch bekam und er hatte etwas, was er dieser Person anbieten konnte, so setzte er sich hin und fing an mit ihnen zu essen. Geheim sprach er dann zu seinen Murids: „Wenn die Gefährten sich trafen, verließen sie diesen Ort nicht ohne etwas zu kosten.“  
Abul Hasan Harkani sagt in seinem Buch Usul-u Tarikat Wusul-u Hakikat Folgendes: 
„Seinen Brüdern in der Din in Dingen zu folgen, worin kein Schaden ist, ist tugendvoll. Auf der Seite des Gewichts von guten Taten, hat er nichts Geringeres als das freiwillige Fasten getan. Auch ist es noch so, dass es das Eigentliche des freiwilligen Fastens ist, dass es geheim ist.“ 
 
Fastender Jugendlicher 
 
Zu Muhammed Bahauddin Schah-i Naqschibendi (Kuddise Sirruhu) kam ein gebratener Fisch als Geschenk. Die Derwische befanden sich bei ihm. Zwischen ihnen war auch ein Abid und Zahid Jugendlicher. An diesem Tag war er fastend. Schah-i Naqschibendi sagte zu diesem Jugendlichen: „Folge deinen Freunden und breche dein Fasten.“ 
Dieser Jugendliche hat solch einen Befehl nicht akzeptiert und sein Fasten nicht gebrochen. Schah sagte zu ihm: „Breche du heute dein Fasten und esse mit deinen Freunden. Ich werde dir das Gewicht der guten Taten von einem Ramadhan Fasten schenken.“ 
Der Jugendliche hat wieder nicht auf den Befehl gehorcht und Schah sagte diesmal: 
„Breche jetzt dein Fasten und esse den Fisch mit deinen Brüdern. Ich werde dir das Gewicht der guten Taten von allen Fasttagen des Ramadhan schenken.“ Der Jugendliche hat dies auch nicht akzeptiert und gesagt, dass er sein Fasten nicht brechen wird. Muhammed Bahauddin Schah-i Naqschibendi (Kuddise Sirruhu) sagte darauf: „Auf einen wie dich ist auch Sultanul Arifin Bayazid-i Bastami gestoßen; Möge Allah zufrieden mit ihm sein.“ Danach gab er diesen Befehl: „Lasst ihn, denn dieser ist fern von Hakk und von der Hakikat.“ Denn solche haben die Befehle der Awliya als Kleinigkeit gesehen. Darauf hat Allah ihn mit einer Heimsuchung nach der anderen geschlagen. Es gab keine Katastrophe auf der Dunya, die ihm nicht passiert ist. Er hat auch den Frieden der Ibadah verloren. Sein Zuhd und sein guter Zustand sind dahin geschmolzen… 
 
Das Geschehnis von Bayazid-i Bastami 
 
Abu Turab Nahschebi kam Bayazid-i Bastami besuchen. Sein Diener brachte etwas zu Essen. Abu Turab Nahschebi sagte zu dem Diener: „Setz dich und speise mit uns.“ Der Diener erwiderte: „Ich bin am fasten.“ Abu Turab Nahschebi sagte dann: „Komm du her und esse jetzt mit uns und breche deine Fasten. Du wirst den Lohn von einem Jahr bekommen.“ Der Jugendliche Diener sagte wieder: „Ich bin am fasten und kann nicht essen.“ Abu Turab sagte: „Hör auf damit, tu das nicht und setz dich hierher, esse mit uns. Du wirst den Lohn von zwei Jahren Fasten bekommen.“ Als er wieder nicht essen wollte, sagte Bayazid-i Bastami: „Lass den, der vor Allahs Augen gefallen ist, seinem eigenen Zustand über.“ Eine kurze Zeit darauf ist dieser Diener vom Weg abgekommen. Seine Zustände haben sich geändert, er ist schlecht geworden. Darauf hat er Diebstahl begangen und seine rechte Hand wurde abgeschlagen. 
 
Er selber diente 
 
Wenn Muhammed Bahauddin (Kuddise Sirruhu) von seinen Freunden besucht wurde, dann diente er diesen selber. Wieviel Dienst notwendig war, soviel hat er gedient. Er hat auch sehr auf das Lasttier seines Besuchs geachtet. Seine gesegnete Hand gab dem Tier Essen und Trinken. Solange, bis sein Freund nicht mehr an sein Lasttier dachte. Denn Resulullah (Sallallahu aleyhi we Sellem) sagte Folgendes: „Die Sorge des Mumin ist sein Lasttier; die Sorge des Heuchlers ist sein Magen.“ Er sagte: „Es wird erzählt, dass Hadsch-i Azizan, wenn er Besuch bekam, sofort zum Lasstier dieses Besuches ging und sich darum kümmerte. Als man ihn fragte, warum er dies tut, sprach er: „Dass dieser Gast zu mir gekommen ist, dass ich mit ihm gesegnet wurde, dafür ist dieses Lasttier Grund geworden.“ 
 
 
Was macht ihr? 
 
Einmal wurde Schah-i Naqschibendi gefragt: „Ich sehe in euerer Tarikat kein lautes Dhikr, Zeremonien und Feiern. Was macht ihr denn?“ Er sprach: „Unser Äußeres ist mit dem Volk und unser Inneres ist mit Allah.“ 
 
Sei wie eine Kerze 
 
Einmal sprach er: „Sei wie eine Kerze, sei nicht wie eine Kerze!“ Sei wie eine Kerze, damit dein Licht andere erleuchtet und führt. Sei nicht wie eine Kerze, die sich selber in der Dunkelheit befindet, denn die Kerze kann auf ihren Boden kein Licht streuen.
 

Schah-i Naqschibendis Schüler

Alauddin Attar erzählt

 
Die Form des Herzen 
 
Alauddin Attar erzählt: 
„Einer der Derwische fragte mich eines Tages, wie das Herz sei und ich sagte: „Ich weiß nicht, wie das Herz ist.“ Er sagte: „Ich sehe das Herz wie einen dreitägigen Mond.“ Ich habe dies meinem Meister Schah-i Naqschibendi erzählt. „Dies ist nach seinem Herz.“, sprach er. Wir standen zu dieser Zeit. Er hat mit seinem Fuß auf meinen getreten. Auf einmal wurde ich von mir entrückt. Ich habe alles Existierende und Arsh-i Ala in meinem Herzen gesehen. Als ich zu mir kam, sprach er: „Erzähl, was du gesehen hast.“ Ich habe es ihm erzählt und er sagte: „Dies ist das Herz und nicht, wie dieser Derwisch es denkt. Nichts ist Allah näher als das Herz. Die ehrenvollste und höchste Schöpfung ist das Herz. Das Herz ist eine Welt voller unbekannter Geheimnisse; es beinhaltet alles in sich. Wie man sieht, ist das Herz das breiteste Latifat. Da dies so ist, wer kann es dann schon verstehen? Deswegen sagt auch Allahu Teala: „Weder meine Himmel noch meine Erden können mich aufnehmen außer das Herz meines Mumin Dieners.“ Dies ist von den tiefen Geheimnissen.“ 
 
 
Taqlid und Hakikat 
 
„Ich bürge dafür, dass jemand, der sich mit Taqlid auf diesen Weg begibt, eines Tages Hakikat erreichen wird. Mein Meister Schah-i Naqschibendi befahl mir ihm Taqlid zu machen. Bei allem, wo ich Taqlid gemacht habe und immer noch mache, sehe ich sein Nutzen und sein Ende.“ 
 
Erziehung des Nefs 
 
„Das Ziel der Erziehung ist es, sich von den körperlichen Bindungen zu lösen und sich der Welt der Seelen und Hakikats zuzuwenden. Der Knecht muss sein eigenen Willen und seine Begierden auflösen und alle Bindungen, die ihm vom Weg des Hakk abhalten, auflösen. Die Lösung dafür ist Folgendes: Welche von den Bindungen an die Welt, die sich jeden Moment lösen kann, diese muss er als welche erkennen, die kein Hindernis sind zum Ziel. Welches er jedoch nicht sofort lösen kann und an das sein Herz gebunden ist, dies ist, was ihn vom Weg Hakks abhält und er muss sich anstrengen diese Bindung zu lösen. Unser Meister Schah-i Naqschibendi war hierin so vorsichtig, wenn er ein neues Kleidungsstück anzog, sagte er: „Dies ist diesem und diesem seine Kleidung.“, und benutzte es wie etwas, das man ihm zum Aufbewahren gab.“ 
 
Wohlgefallen 
 
„Man muss daran glauben, dass das wahre Ziel einzig und allein mit der Liebe des Murschid, des Wegführers, und seinem Wohlgefallen erreicht wird. Deswegen ist es die erste Aufgabe des Murid die Liebe und das Wohlgefallen seines Murschid zu erreichen.“ 
 
Ergebenheit 
 
„Der Murid muss all seine Angelegenheiten dem Murschid überlassen. Die Angelegenheiten der Din, der Dunya und jegliche andere muss er an die Bevorzugung seines Murschid binden, auf ihn sich verlassen und neben seinem Murschid keine eigene Bevorzugung und Auswahl haben.“ 
 
Das Besuchen der Awliya 
 
„Das Ziel des Besuchens von einem Awliya und Gelehrten ist, sich Allah zuzuwenden. Die geehrten Seelen dieser Personen mit einer vollen Zuwendung zu besuchen, ist einer der Gründe um Allahu Tealas Wohlgefallen zu erreichen. Denn die Demut vor dem Volk ist in Wirklichkeit Demut vor Hakk. Demut vor den Menschen zu haben um Allahu Tealas Wohlgefallen zu erreichen ist akzeptabel, wertvoll.“ 
 
Zuwendung zur seelischen Präsenz 
 
„Neben den Grabstätten der guten Menschen zu sein, hat von der guten Seite eine starke Wirkung. Sich jedoch ihren Seelen zuzuwenden ist besser als nah zu ihren Gräbern zu sein. Denn die gute Wirkung hat nichts mit Entfernung zu tun. Jeder Ort ist gleich. Deswegen sagt auch Resulullah (Sallallahu aleyhi we Sellem): „Wo auch immer ihr seid, bringt mir Friedensgrüße.“ 
 
Sohbat 
 
„Mit den Awliyullah Sohbat zu machen vermehrt Aql-i Maad [der Verstand, der für die Arbeit der nächsten Welt nützt].“ 
 
 
Anwesenheit 
 
„Die Awliyullah jeden Tag oder jeden zweiten Tag zu besuchen ist eine Sunnah, die man nicht vernachlässigen sollte, jedoch mit Anstand und Respekt sollte dies gemacht werden.“ 
 
Schweigen 
 
Wenn jemand schweigt, dann darf sein Zustand nicht frei sein von drei Dingen: 
1-Verhindern, dass schlechte Gefühle in sein Herz kommen 
2-Festigen Allahu Teala leise Zikir zu machen 
3-Die Zustände des Herzen beobachten 
 
Schefaat 
 
Vor seinem Tod hatte einer seiner Schüler folgenden Traum: 
„Ein großes Zelt war aufgebaut und in diesem Zelt befand sich der Prophet (Sallallahu aleyhi we Sellem). Schah-i Naqschibendi und Alauddin Attar (Kuddise Sirruhu) befanden sich neben diesem Zelt und wollten hinein um den Propheten (Sallallahu aleyhi we Sellem) zu sehen. Für einen Moment ging Schah-i Naqschibendi hinein und kam später mit Freude hinaus und sprach: „Uns wurde erlaubt, jedem muslimischen Grab, welches sich 100 Farsah von unserem Grab entfernt befindet, Schefaat zu machen. Alauddin Attar wurde der Umkreis von 40 Farsah gewährt. Diejenigen, die uns lieben und mit Ihlas sich an uns binden, wurde der Umkreis von ein Farsah gewährt.“ [Ein Farsah sind sechs Kilometer]  
 
„Wenn mit Allahu Tealas Gunst und Schah-i Naqschibendis Hilfe Erlaubnis gekommen wäre, hätte ich alle Menschen mit einem Blick auf die Stufe der Wilayat erhoben. Erst muss man sich Allahu Tealas seit Ewigkeit existierende Gnade vor Augen halten und dadurch Hoffnung haben. Davon darf man nicht einen Moment lang unbewusst sein. Man muss den kleinsten Zorn Allahs als sehr groß betrachten, zittern und viel Angst haben.“ 
 
Spirituelle Zuwendung 
 
Scheich Ubaydullah Ahrar erzählt: 
„Nachdem Schah-i Naqschibendi umgezogen ist in die ewige Welt, haben sich alle seine Schüler Alauddin Attar angeschlossen. Zwischen diesen war auch Muhammed Parisa. Alle haben an Alauddin Attars hohe Stufe und starke Erziehung geglaubt. Ich habe mit eigenen Augen aus Scheich Muhammed Parisas eigene Handschrift eine Notiz gesehen. Er schrieb, dass Scheich Alauddin Attar in seiner Krankheit nah zu seinem Tod Folgendes sagte: „Mit Allahs Gunst und Schah-i Naqschibendis Segen hat sich in mir solch eine Kraft gezeigt, wenn ich dem ganzen Volk mich spirituell zuwenden würde, würde ich sie alle zu Allahu Teala bringen können.“ 
 
Anstrengung 
 
Die Aussage einiger Großer „Erfolg ist mit Anstrengung“ bedeutet: Diese Anstrengung und Arbeit besteht aus der spirituellen Hilfe des Scheichs zum Murid. Diese spirituelle Hilfe ist jedoch an den Willen des Murid, an seine Begabung und Stärke im Befolgen des Scheichs abhängig. Wenn im Murid keine Anstregung, keine Arbeit existiert, zu wem soll sich dann der Scheich zuwenden?“ 
 
Fena 
 
Wenn Allahu Teala einen Murid das Gut der Dunya und das Jenseits vergessen lässt, dann nennt man dies „Fena“. Wenn Er ihn diese Fena auch noch vergessen lässt, dann nennt man dies „fena im fena.“ 
 
Liebe 
 
Wenn alles aus dem Herzen des Murid außer die Liebe zum Scheich und der Befehl des Scheich geworfen wird, das Herz gereinigt wird von den Dingen, die ihn von dieser Liebe abhalten, dann sich die Liebe in das Herz des Murid setzt, dann wird sich das Herz öffnen für göttliches Licht und für unendlich Feyz. Man muss auch wissen, dass der Fehler nicht im Feyz ist sondern im Murid, welcher das Feyz anstrebt. Wann auch immer sich die Hindernisse dazwischen aufheben, wird er mit der Hilfe des Murschid solch einen Zustand erreichen, dass der Murid im verstehen dessen armselig wird.  
 
 
Der Ort, wo man sich zuwendet, ist einer 
 
Der Murid muss folgendes unbedingt glauben, dass alle Türen außer einer Tür ihm verschlossen sind. Diese Tür ist der Scheich. Deswegen muss er sein Nefs auf diesem Weg hingeben. 
 
Leute des Wissens 
 
Er sprach: 
„Folge den Zuständen der Wissensleute. Deine eigenen Stufen und Zustände verstecke vor ihnen. Unser Prophet (Sallallahu aleyhi we Sellem) sprach: „Sprich mit den Menschen ihrem Verstand gemäß.“ 
 
Adab 
 
Pass auf, tu’ auf keinen fall etwas, welche die Herzen der Ehlu Tasawwuf verletzt. Vergesse nicht die Adab, die du ihnen gegenüber haben musst, wenn du dich ihrer Gemeinschaft anschließt. Wenn du dich mit ihnen unterhalten willst, dann lerne erst einmal Adab gegenüber ihnen zu haben und dann trete in ihre Unterhaltungen ein. Du kannst nur auf diese Art Nutzen von ihnen ziehen; andersherum würdest du dir selber nur schaden. Wie es ja auch heißt: „Men la adaba leh, wela tarikata leh. = Wer keine Adab hat, hat auch keine Tarikat.“ Dass du dich selbst mit Adab siehst, ist auch ein Fehler. Pass auf! Zeige dich auf gar keinen Fall vor ihnen als hättest du dein Nefs erzogen, als wärst du voller Adab! Dies ist in der Adab ein anderer Fehler. Du darfst die Adab nur von ihnen lernen. 
 
Tawba 
 
Die Absicht in der Erziehung und Zuwendung mit der Eigenschaft Dschelal von Allahu Teala ist, dass du dein Nefs als niedrig siehst, dass du weinst, dass du für die Tawba zur Rückkehr Allahu Teala dich anstrengst und arbeitest. Anzeichen dafür, dass deine Tawba gefestigt ist, dass du dich dem Flehen näherst und vor der Rebellion fliehst. Allahu Teala gibt dem Nefs sein Gutes und Schlechtes ein. 
 
Der Zustand der Wilayat 
 
Der Zustand der Wilayat ist nur für die gültig und bleibend, die nicht von ihrem Nefs angegriffen werden. Wer einem Angriff seines Nefs ausgesetzt ist, ihm unterliegt, wird von der Stufe der Wilayat verworfen. Wie ja Allahu Teala ab der Sura Yunus Ayet 62 sagt: 
„Ja! Die Awliyullah, um sie gibt es weder Angst noch werden sie traurig sein. Es sind diejenigen, die den Iman verinnerlichten [und] Taqwa gemäß handelten. Für sie gibt es im diesseitigen Leben frohe Botschaft sowie im Jenseits. Keine Abänderung gibt es für Allahs Worte. Dies ist der unermeßliche Gewinn.“ 
 
 
 
Besuch der Grabstätte 
 
Auch der Besuch der Grabstätten hat eine Adab. Du musst dich erst mit dem Herzen absolut Allah zuwenden und die Seelen dort als ein Grund – welcher Allah erreichen lässt – sehen.  
 
Murakaba 
 
 
Der Weg der Murakaba ist stärker und höher als der Weg der Leugnung und Bestätigung [Nefi und Isbat – Kalima-i Tawhid]. Es führt näher zu der göttlichen Anziehung [Dschazba]. Der Wahrheitswanderer, mit dem Weg der dauerhaften Murakaba, erreicht das Wesirtum in der Unsichtbarkeit und fängt an im Territorium und der Welt der Engel zu verwalten. Zu der Zeit erfährt er auch, was durch die Herzen kommt. Es wird der Grund, dass sein Inneres voller Licht sein wird und göttliche Geschenke ihn finden. 
 
Sehen 
 
Die Awliya einmal täglich oder jeden zweiten Tag zu sehen ist einer der Sunnah, die man nicht vernachlässigen soll. Jedoch mit Adab, Respekt…wenn eine Schwierigkeit dich von ihnen fernhaltet, schreibe ihnen jeden Monat oder jeden zweiten ein Brief und erzähle ihnen all deine Zustände. Währenddessen vernachlässige auch nicht, dich ihren Seelen zuzuwenden, damit du nicht fern bleibst von ihren Hilfeblicken. 
 
 
Das Jenseits vorziehen 
 
 
Fünfzehn Tage, bevor er der Krankheit verfiel, die der Grund für seinen Tod war, sprach er über die Reise zum Jenseits und dem Verbleib auf der Dunya. Er sprach: „Ich habe die Reise ins Jenseits vorgezogen und werde mich nicht davon abwenden.“ 
 
Bindet euch an die Scharia 
 
 
Alauddin Attar (Kuddise Sirruhu), vor seinem Tod, sprach er zu seinen Schülern Folgendes: 
„Sucht Zuflucht beieinander! Bei allem, was ihr tut, soll euer Weg die Gebundenheit an die Maße der Din sein! Haltet euch nicht fern von der Anstrengung die Maße der Din einzuhalten. Sohbat ist Sunna-i Muakkada. Folgt dieser Sunna, folgt ihr im Allgemeinen und im Speziellen. Wenn ihr auf diesem Weg Gradhaftigkeit und Ausdauer zeigt, werdet ihr in kurzen Momenten große Stufen erreichen. Euer Zustand muss sich dauernd beim Aufstieg befinden. 
 
Wir können die Beschenkungen und Wohltaten Allahu Tealas nicht mit Schrift und Worten zusammenfassen. Das Wenigste von diesem ist: Diejenigen, die 40 Farsah von meinem Grab entfernt begraben werden, werden meine Schafaat bekommen und es wird ihnen verziehen.“ [1 Farsah = 6 Kilometer]


 
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